Erste: Klassenerhalt trotz Niederlage

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Am 22.02.2015 war unser Auswärtsspiel gegen Delmenhorst angesetzt. Die Tage vor dem Wettkampf waren wir eigentlich optimistisch dort vielleicht einen Mannschaftspunkt einfahren zu können. Kurzfristig fiel dann aber leider Ingo aus, sodass wir quasi unsere gesamte Vorbereitung „über den Haufen werfen konnten“.

Delmenhorster SK SV Hellern                6 : 2
1 Mossakowski,Florian Lingnau,Carsten 0 : 1
2 Kollars,Dmitrij Stock,Joerg 1 : 0
3 Hoeffer,David Hummel,Dirk 1 : 0
4 Korsus,Bernd Niendieker,Stephan 1 : 0
5 Margraf,Daniel Happe,Reinhold 1 : 0
6 Sturm,Tobias Bade,Hans-Juergen 0 : 1
7 Grebener,Soeren Roehrich,Stefan 1 : 0
8 Kuegel,Tobias Boehme,Andre 1 : 0

Im Nachhinein hätten wir wohl eher Brett 2 frei lassen sollen. Die Umstellung der Farben und die fehlende Vorbereitung waren dann doch gegen einen sehr starken Gegner ein Fehler.

Brett 1: IM Lingnau (2398) – FM Mossakowski (2304) = 1-0

Gegen den erfahrenen FM Mossakowski spielte Carsten wie immer hoch konzentriert. Nach sehr starker Eröffnung, konnte er einen kleinen Vorteil ins Endspiel retten und am Ende den ganzen Punkt einfahren. Drei Punkteteilungen gegen die Internationalen Meister Borik, Joachim und Kroeze stehen 4 Siege gegenüber. Eine starke Zwischenbilanz am 1. Brett.
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45.g5! Schneidet den gegnerischen Läufer von der Verteidigung des Bauern c7 ab. Auch der Ba3 ist auf Dauer nicht zu halten, selbst dann nicht, wenn der Läufer des Delmenhorsters c5 erreicht: Nach f4-f5 würde recht bald eine Zugzwang-Stellung erreicht werden.

Brett 2: Kollars (2428) –Stock (2200) = 1-0

Gegen den Elo-Riesen Kollars stand Jörg bereits nach der Eröffnung sehr gedrückt. Mit einer starken Initiative und einem sehr bedrohlich wirkenden Königsangriff fuhr Delmenhorst hier einen sicheren Punkt ein. Jörg hat das Pech, dass er bereits mehrfach gegen den jeweils stärksten Spieler unserer Gegner antreten musste. Nach GM Tsetlin und IM Bangiev nun gegen Kollars. In den letzten beiden Spielen kann Jörg seine Bilanz sicherlich noch mal verbessern.

Zuletzt geschah 20. Te3-g3
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Hier gab Jörg die Figur mit
20…Df5 zurück [20…Kh7 21.Txg7+ ist elementar: 21…Kh8 (21…Kxg7 22.Dxf6+ Kh7 23.Dg7#) 22.Dxh6+ Sh7 23.Dxh7#] 21.Dxf6 Dxf6 22.Lxf6 Tfb8 23.Txg7+ Kf8 24.Th7 [Die Pointe ist, dass nach 24.Th7 Ke8 25.Td1!+– die Flucht des schwarzen alsbald ein Ende findet.]  1–0

Brett 3: Hummel (2266) – Höffer (2265) = 0-1

Gegen den erfahrenen Oberligaspieler Höffer stand Dirk nach der Eröffnung hervorragend. Eine kleine Ungenauigkeit im Mittelspiel wendete die Partie. Einen Zug vor dem undeckbaren Matt gab Dirk dann auf. Ein unglückliches Resultat für unseren Topscorer an den Mittelbrettern.

Brett 4: Korsus (2299) –Niendieker (2149) = 1-0

Der Berichterstatter konnte ebenfalls nicht punkten. Nach verwickelter Eröffnung und einem Mittelspiel, in dem ich einen Bauern mehr hatte, mein Gegner aber die Initiative, konnte Korsus in der Zeitnotphase mit einem sehr stark vorgetragenen Mattangriff den vollen Punkt verdient in Empfang nehmen.

Brett 5: Happe (2104) – Margraf (2278) = 0-1

Reinhold konnte diesmal leider auch nicht punkten. In einer strategisch sehr interessanten Partie ging er theoretischen Experimenten aus dem Weg und wählte eine stocksolide Variante. Nach einem tollen Qualitätsopfer stand Reinhold dank seiner weit vorgerückten verbundenen Freibauern deutlich besser, wenn nicht sogar auf Gewinn. Wenig später verlor er aufgrund eines Rechenfehlers eine Figur, so dass auch hier letztendlich eine Null auf dem Ergebniszettel stand.

Brett 6 Sturm (2059) – Hajo Bade (2039) = 0-1

Hajo konnte nach etwas ungenauer Eröffnung die Partie drehen. Hier stand das Glück auf unserer Seite. Mit einer konzentrierten Endspielleistung machte Hajo „den Sack“ zu.
Hier hatte der Delmenhorster bereits kurz zuvor einen leichten Gewinn übersehen, indes kam es noch schlimmer.
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46.Txe8?? [Eine kuriose Stellung: Der schwarze Randspringer frisst nun beide weißen Springer – und Weiß kann nichts dagegen unternehmen! Stattdessen hätte 46.Sxe8 Sxb5 47.Txb5 Kxe8 48.Txe5+± einigen Vorteil bewahrt.] 46…Sxb5 47.Txe5 [47.Se4 Kxe8–+] 47…Sxd6 48.Kf4 0–1 (60.)
Natürlich hilft bei solchen Siegen der Gegner immer mit, aber Hajos Kampfstärke in schwierigen oder verlorenen Positionen hat nicht zum ersten Mal für eine Überraschung gesorgt. Mit nunmehr 50% gegen nominell deutlich bessere Gegner ist Hajo wie schon in der ersten Oberliga-Saison ein enorm wichtiger Stabilisator im hinteren Brettbereich.

Brett 7: Stefan Röhrich (2128) – Grebener (1931) = 0-1

In dieser Partie musste Stefan nach starker Eröffnung sicherlich nicht verlieren. Am Ende ein ärgerlicher Punktverlust. Aber Stefan wird sicherlich in den beiden letzten Saisonspielen wieder punkten.

Brett 8: Kügel (2180) – Andre Böhme (1940) = 1-0

Der kurzfristige Ausfall von Ingo brachte Andre sein Oberligadebut in dieser Saison. Gegen ein sehr starkes 8. Brett konnte Andre eine zeitlang mithalten. Der Verzicht auf die Rochade in Verbindung mit dem ominösen h5 war dann doch etwas zu umständlich gespielt. In einer schwierigen Stellung verwandelte Kügel seinen Eröffnungsvorteil sicher in einen vollen Punkt um. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Andre, den Mannschaftsführer der Zweiten, dafür, dass er uns ausgeholfen hat. Vielen Dank auch an Franz Ernst, der kurzfristig den freien Sonntag für ein Spiel in der Zweiten geopfert hat und Andre vielversprechend ersetzt hat.

Nachdem Lüneburg im Spiel gegen Werder Bremen 2 nicht angetreten ist, können wir uns über den Nichtabstieg freuen. Eine „kleine spontane Nichtabstiegsfeier“ im Clubhaus wurde kurzfristig angesetzt.

Die letzten beiden Wettkämpfe können wir daher entspannt angehen und vielleicht noch den einen oder anderen Punkt einsacken. Versuchen werden wir es in unserem nächsten Spiel in Lüneburg und dann im letzten Wettkampf der Saison zu Hause gegen Tempo Göttingen.

Zwischenfazit: Nach 7 Spieltagen sind wir gerettet. Dies konnte man vor der Saison nicht erwarten. Entsprechend positiv ist der bisherige Saisonverlauf zu bewerten. Unser Spitzenbrett Carsten Lingnau spielt neben Dirk Hummel, Dr. Ingo Gronde und Hajo Bade eine sehr starke Saison. Anderen Spielern fällt die Umstellung auf das Oberliganiveau eher schwerer.

Andererseits wären wir ohne den Sensationssieg gegen Werder im direkten Abstiegskampf. Dies werden wir uns für die nächste Saison sicherlich merken müssen. Mit den gewonnenen Erfahrungen in der Oberliga wollen wir dann jedoch wieder den einen oder anderen Überraschungssieg landen. Es zeigt sich, wie in unserer ersten Oberligasaison, dass die Spielstärke doch deutlich über dem Landesliganiveau legt und die DWZ-Zahlen der Gegner anders zu bemessen sind als in der Landesliga.

Herzlichen Glückwunsch der Zweiten zu ihrem tollen Sieg gegen die ersatzgeschwächte Truppe aus Hagen. Nachdem wir den Klassenerhalt geschafft haben, drücken wir alle die Daumen, dass ihr den Aufstieg noch packt!

Gruß Stephan

Hellern IV – Hagen III

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Im Heimspiel gegen Hagen III konnte Hellern IV einen klaren Sieg landen und so die Tabellenführung behaupten.

Dass der Hagener SV so manche Wundertüte als Mannschaft ins Rennen schickt, ist bekannt. Am 6. Spieltag der Bezirksklasse waren wir Helleraner dennoch ziemlich überrascht, als die Hagener, leider nur zu siebt, mit einem Erwachsenen und sonst einem Altersschnitt von unter 12 Jahren zu uns kamen. Ludger war krankheitsbedingt ausgefallen, aber mit Olaf Caldewey hatten wir prima Ersatz aufgeboten. Leider blieb ausgerechnet sein Brett bei Hagen frei, und so wurde es nichts mit Olafs erster Partie in der Bezirksklasse.

Robert an Brett 1 hatte es mit einem ganz jungen Hagener Talent zu tun, dem jedoch früh ein Fehler unterlief, der ihn eine Figur kostete und bald danach die Partie. Ähnlich lief es bei Christian, und so stand es nach knapp zwei Stunden 3:0 für uns. Dann übersah Hartmut einen taktischen Schlag und verlor entscheidendes Material. Dennoch kein Grund zur Sorge, denn Klaus, Alfons und Stefan standen gut genug, um die fehlenden Punkte zu holen. Thorsten dagegen traf auf starke Gegenwehr eines Gegners, der sich offenbar ziemlich gut auskannte.

Dann kamen die Unruhe und der Lärm, was vor allem deshalb so ärgerlich war, weil wir (Helleraner Spieler und Kiebitze) selbst Hauptverursacher waren. Die Unruhe kostete letztlich Thorsten die Partie, der sich nicht mehr konzentrieren konnte und bald danach die Kontrolle und Material verlor. Zum Glück erging es Stefan, Klaus und Alfons besser. Stefan eröffnete äußerst unkonventionell, aber der junge verschnupfte Hagener hatte Erstaunliches zu bieten und stand (bei zugegeben oberflächlicher Betrachtung) nie wirklich schlecht. Schließlich bot Stefan in einer für ihn schwierig zu gewinnenden Stellung statt eines Taschentuchs das Remis an. Da zwischenzeitlich der vierte Mannschaftspunkt (von Alfons) eingefahren war, bedeutete dies den Gewinn.

Alfons und Klaus gingen in vorteilhafte, aber sicher nicht klar gewonnene Endspiele, zeigten dort aber ihre Klasse und überspielten ihre jungen Kontrahenten. Hier die kritische Stellung in Alfons Partie, Weiß (also Alfons) am Zug:
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Alfons beendete die Partie mit dem wunderschönen Bauernzug f5! Nun kann Schwarz nicht nehmen, da nach gxf5  d7+, Kh5 Td6 der d-Bauer zur Dame geht. Schwarz tat aber genau das, und so war es um ihn geschehen. (Schwarz ist auch so nicht zu retten.)

Klaus spielt bisher eine blitzsaubere Saison. Fünf überlegen geführte Partien in sechs Spielen, daraus 5,5 Punkte, da kann man nicht meckern. Diesmal war es (erneut, wie schon in Fürstenau) ein Figurenfangmotiv, das Klaus Gegenüber nicht früh genug sah:
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Klaus (Schwarz) hatte zuletzt den Springer nach d5 gezogen, und nun sah auch der Weiße, dass der eigene Turm keine Felder hat. Es folgte 37. a5 Kd6 38. axb6 axb6 und da Kc6 nicht zu verhindern ist, muss Weiß den Springer oder die Qualität geben.

Insgesamt ein Spieltag mit unangenehmen Beitönen. Daher von hier noch einmal an die Leidtragenden Thorsten, Klaus, Alfons und Stefan: Entschuldigt die Lautstärke bei den Analysen und die Unruhe im und um den Raum. In der Tabelle hat sich nicht viel verändert, Meppen und Spelle gewannen ihre Begegnungen und bleiben unmittelbare Verfolger.

Die Einzelergebnisse in der Übersicht:
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Zur aktuellen Tabelle auf nsv-online.

 

Zurück in die Erfolgsspur: Dritte besiegt Spelle

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Am Valentinstag 2015 war unsere Dritte Gastgeber für die Schachfreunde aus Spelle. Nach der vorangegangenen Niederlage in Nordhorn-Blanke war klar: wir mussten zurück „in die Spur“. Gastfreundschaft gegenüber Spelle – kein Problem, aber Geschenke: nein, definitiv nicht.

Obwohl – zunächst sah es so aus, als könnten wir unseren Vorsatz nicht halten. Nachdem Franz (Br.1) gegen Siefried Löcken das Nachsehen hatte (0:1), musste auch Jürgen (Br.2) gegen Thomas Altendeitering aufgeben (0:2). Doch eine gute Mannschaft macht etwas Bestimmtes aus: wenn’s bei den einen nicht läuft, dann sind die anderen da. Brösel (Br.3, gegen Christian Haumer), Thomas (Br.4, gegen Rudolf Ginten), Leo (Br.6, gegen Klaus Focks) und Joe (Br.8, gegen Kai Sloot in einer kuriosen Partie mit wechselseitigen Chancen und Drohungen) gewannen ihre Partien, so dass aus dem 0:2-Rückstand eine 4:2-Führung geworden war. Als Dominik (Br.5, gegen Felix Arndt) ein Remisangebot bekam, war klar: das nehmen wir an und holen uns den Mannschaftssieg (4,5:2,5). Jetzt fiel auch die wahrscheinlich verlorene Stellung von Stefan (Br.7, gegen Patrick Meyjohann) nicht mehr ins Gewicht, sie konnte zum 4,5:3,5-Endstand aufgegeben werden.

Wie schön, wenn die Mannschaft vollzählig antritt – das war schon gegen Veldhausen so und auch da gewannen wir 4,5:3,5. Das sollte doch ein gutes Omen für den 7.3. sein, wenn wir auswärts beim OSV antreten müssen.

Stefan Ewert, 15.02.2015

Einzelergebnisse (Quelle: Ergebnisdienst des Niedersächsischen Schachverbandes)
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Fünfte: Erste Niederlage

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07.02.2015:  Dissen/Bad Rothenfelde  –  Hellern V  4,0 : 2,0

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Einzelergebnisse (Quelle: Ergebnisdienst auf www.nsv-online.de)

Am 5. Spieltag ging es zum Auswärtsspiel nach Dissen-Bad Rothenfelde. Nach einigen Absagen hatte ich die Befürchtung, wir würden zum 2. Mal in dieser Saison nicht vollständig antreten. Erfreulicherweise haben wir mit unseren Neuzugängen David und Felix noch 2 Spieler finden können, die sich auf ihre ersten Partien freuten. Leider fielen beim Gegner krankheitsbedingt zwei Mitspieler aus, so daß ausgerechnet unsere Jugendlichen nicht spielen mußten/durften. Damit führten wir bereits 2:0. Daß der rettende Punkt zum 3:3 nicht einfach sein wird war klar, war der Gegner doch recht stark besetzt und fast an allen Brettern überlegen. Es kam wie es kommen mußte. Die Erfahrenheit der Dissener setzte sich durch: kleinere (und auch größere) Fehler unsererseits wurden sofort bestraft, so daß wir alle 4 Partien verloren.

Am 28.02. haben wir aufgrund der ungeraden Zahl in der Liga spielfrei. Weiter geht es am 21.03. gegen den Tabellenführer Rulle.

Joe Santos

 

Jugendmannschaft schlägt auch Lehrtes Erste

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08.02.2015: SK Lehrte I – SV Hellern  1,5  : 4,5

Spieltag Nr. 4 führte uns nach Lehrte, wo wir herzlich willkommen wurden. Zudem gab es aufgrund unseres „Leihgeschäfts Jana“ Freiwürstchen für alle: wir hatten Jana in 2014 an Lehrte „ausgeliehen“, mit ihr ist Lehrte Deutscher Vereinsmeister in der Altersklasse „U20 weiblich“ geworden. Dafür nochmals meinen herzlichen Glückwunsch an Jana und den SK Lehrte!

Einzelergebnisse auf NSV-online.de.

Das sollte aber auch an Nettigkeiten reichen, es ging schließlich um den 2. Platz hinter dem Ligafavoriten Stade! Und es fing gleich mit einer faustdicken Überraschung an: in einem kuriosen Spiel schlug Felipe einen 1600er! Mit dem nicht zu erwartenden Punkt und der 1:0-Führung im Rücken stieg die Laune im Team, zu erkennen am ungläubigen Grinsen unserer Spieler. Leonardo bestätigte seine gute Form und holte souverän seinen 3. Liga-Sieg in Folge, 2:0. Während Hannes sehr stark am Spitzenbrett eine tolle Partie ablieferte und gewann, mußte Thorben zeitgleich leider kapitulieren, 3:1. An unseren Sieg zweifelte hier keiner mehr. Thomas stand sehr gut, setzte seinen Vorteil auch sauber um und holte den entscheidenden Punkt zum 4:1. Jana gelangte in ein kompliziertes Turmendspiel. Bemerkenswert Janas Siegeswille, aber trotzdem konnte sie das zu erwartende Remis nicht verhindern. Endstand 4,5:1,5!

Auf dem Rückweg gab es mal kein gemeinsames Essen, zu satt waren wir noch von den Würstchen. Satt sind wir erfolgsmäßig noch lange nicht, gegen das starke Team aus Göttingen wollen wir am 01.03. daheim unsere Vizeposition in der Niedersachsenliga endgültig behaupten. Also, liebe Schachfreunde, schaut vorbei!

Joe Santos

 

Pleite gegen Nordhorn Blanke

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Beginnt jetzt der Abstieg in die unteren Tabellenregionen? Die zweite Niederlage in Folge ist zwar Futter für die Skeptiker, aber bislang hat das Hellern-Schiff noch nicht einmal Schlagseite. Man ist Vierter. Das Emsland-Derby gewannen die Gäste aus Nordhorn, die immerhin schon einmal der 2. Liga waren, schlicht und einfach verdient. Interessant: In der Gästemannschaft spielten insgesamt fünf Holländer.

Das Fazit des Wettkampfes ist einem Satz zusammenzufassen: Vorne waren wir auf Augenhöhe, hinten gingen bis auf Stephan Niendiekers Remis alle Punkte flöten. Und dafür war nicht mal besonderes Pech nötig.

SV Hellern SV Nordhorn Blanke        2½-5½
1 Lingnau,Carsten Kroeze,Frank M. ½ : ½
2 Gronde,Ingo,Dr. Ten Vergert,Paul ½ : ½
3 Stock,Joerg Bertholee,Rob 0 : 1
4 Hummel,Dirk Kollen,Zyon 1 : 0
5 Niendieker,Stephan Baisakow,Alexander ½ : ½
6 Happe,Reinhold Bierenbroodspot,Paul 0 : 1
7 Bade,Hans-Juergen Hoellmann,Ludger 0 : 1
8 Roehrich,Stefan Andre,Wolfgang 0 : 1

Brett 1: IM Frank Kroeze (2396)- IM Carsten Lingnau (2398) = ½ – ½

Am Spitzenbrett zeigten sich die beiden Meister ihre Werkzeuge. Nach einer mittellangen Theorievariante gab es den Friedensschluss. Carsten ist mit 4,5 P v. 6 einer der Topscorer am 1. Brett.

Brett 2: Dr. Ingo Gronde (2227) – CM Ten Vergert (2215) = ½-½

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Harter Kampf: Dr. Gronde (l.) – Ten Vergert (Nordhorn)

Ingo hatte erneut eine starke Stellung auf dem Brett, fand gegen den aufmerksamen Candidate Master aber nicht den Büchsenöffner. Am Ende kam Ten Vergert gar noch zu Gegenspiel und Ingo konnte mit dem Remis zufrieden sein.

Brett 3:– FM Bertholee (2344) – Jörg Stock (2208) = 1-0

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Es war mehr drin: Bertholee (Nordhorn) – Stock (r.)

Jörg ließ sich mit den schwarzen Steinen auf ein Theorieduell mit dem holländischen FIDE Meister ein. Und das in einer Variante, in der Bertholee als Experte gilt. Die exzellente Vorbereitung von Jörg griff aber, im 16. Zug stand er bereits spürbar besser. Ein kleiner Fehler brachte die Wende und bald stand der Nordhorner deutlich besser. Dann unterlief ihm ein Missgeschick. Der Versuch, die Springerfesselung auszunutzen, sah allerdings folgerichtig aus:

mm_h1_20150201_dia_0128.h4?!  Txf5?  [Leider die falsche Zugreihenfolge. 28…h5!! 29.Df3
a) 29.Txh5 Dxg4–+;
b) 29.Dxh5 Th8! 30.Txe5 Txh5 31.Txh5 Dg4 und Schwarz steht besser
29…Txf5 30.Dxf5 Dxf5 31.Txf5 bxc3 32.bxc3 Te8 33.Le4 Te5 34.Txe5 dxe5 =
29.Txf5 h5? 30.Dxh5+– 1-0 (45.)

 

 

Brett 4: Dirk Hummel (2273) – Zyon Kollen (2198) = 1-0

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Gelassen: Hummel (l.) – Kollen (Nordhorn)

Eine Galavorstellung lieferte Dirk ab, der wie Carsten an Brett 1 bereits 4½ (6) auf dem Konto hat und eine Supersaison spielt. Dirk hatte zuletzt 16.Db3 gespielt, wonach Schwarz die Qual der Wahl: Wie soll er den Bd5 abgeben?

mm_h1_20150201_dia_0216…Da5? [Das ist ein Verlustzug. Besser war der Übergang in ein Endspiel mit Minusbauer: 16…Dxb3 17.Txb3 Ke7 (17…Tb8 18.Lxd5±) 18.Lxd5 Tb8 19.e4 Le6 20.Lxe6 Kxe6 21.Ke2 Thc8 22.Td1 Tc2+ 23.Td2 Txd2+ 24.Kxd2±]
17.Lxd5+– 0–0 18.0–0 Tb8 19.Tfc1 Lf5 20.Tc7 Dd2 21.e4 Lg4 22.Dc3 Dg5 23.h4 Dh6 24.Kg2 Db6 25.De5 Tbd8 26.Txb7 Da6 27.Tcc7 Lh3+ 28.Kxh3 Df1+ 29.Kg4 De2+ 30.f3 h5+ 31.Dxh5 .  Eine Partie für’s Lehrbuch. Leider der einzige Sieg für Hellern. 1–0

Brett 5: Alexander Baisokow (2185)- Stephan Niendieker (2135) = ½-½

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Anspannung pur: Baisakow (Nordhorn) – Niendieker (l.)

Bis zum Schluss eine sehenswerte Partie für Kenner: der Nordhorner spielte bereits früh in der Drachenvariante mit Weiß einen Zug, der mehr als anrüchig gilt. Aber erst nach dem 22. Zug war die Theorie am Ende, die weiße Stellung aber auch. Im Endspiel T+T+L vs. D+L konnte Stephan überweite Strecken zeigen, dass seine Dame den beiden weißen Türmen überlegen war. Beide Spieler quälten sich stundenlang durch ein kompliziertes Endspiel, in dem Stephan irgendwann den forcierten Gewinn übersah und sich für die starke Vorstellung nicht belohnen konnte.

Brett 6: Reinhold Happe (2104) – FM Paul Bierenbroodspot (2123) = 0-1

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Grübelt vergeblich: Reinhold Happe

Wie erwartet war der holländische FIDE Meister theoretisch bis an die Zähne bewaffnet. In der Eröffnung sah Reinhold dann keine Alternative zur langen Rochade, die aber nach hinten losging. Wenige Züge später zeichnete sich ab, dass der mit Schwarz spielende Nordhorner wesentlich schneller zum Angriff kommen würde. Reinhold versuchte es noch mit einem Scheinopfer und kämpfte in schlechterer Stellung bis zum 39. Zug, musste dann aber kapitulieren. Beeindruckende Leistung des Gästespielers.

Brett 7: Ludger Höllmann (2155) – Hajo Bade (2047) = 1-0

Es war nicht Hajos Tag. Mutig suchte er mit den schwarzen Steinen den scharfen Kampf in einer hochriskanten Variante. Der Nordhorner ließ sich nicht locken, behandelte alles sachlich und positionell und konnte schon nach acht Zügen Hajos Stellung leicht schwächen. Der überschaubare Vorteil reichte ihm, den Rest spielte er völlig humorlos runter. Im 35. Zug überschritt Hajo die Zeit.

Brett 8: Stefan Röhrich (2124) – Wolfgang Andre (2210)= 0-1

Kampfpartie. Natürlich. Mit Weiß gegen Najdorf, da sollte doch was gehen? Der Nordhorner kam dann doch zuerst zum Angriff, was Stefan mit einem fabelhaften Qualleopfer wieder einigermaßen in den Griff bekam. Trotzdem war der Druck nicht ganz beseitigt, aber nach einer Ungenauigkeit bot der Nordhorner im 31. Zug Remis an, was Stefan angesichts des aktuellen Wettkampfstandes nicht annehmen wollte. Toller Sportsgeist, der nicht belohnt wurde – im 38. Zug war alles vorbei.

Am 22.2. geht es zum Delmenhorster Schachklub. Vielleicht gelingt dort endlich wieder etwas Zählbares.

Das Erfreulichste an diesem Spieltag war, dass das emsländische Doppel-Derby ebenfalls im Clubheim stattfand: Unsere Zweite spielte nämlich zeitgleich ebenfalls gegen den SV Blanke-Nordhorn, allerdings gegen deren starke 2. Mannschaft. Hier hatten wir mehr Glück und Können auf unserer Seite. Hellern 2 gewann 5-3 und verteidigte damit die geteilte Tabellenführung.

Hellern II: Kopf-an-Kopf Rennen an der Verbandsligaspitze

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Trotz eines erneuten Sieges – 5:3 gegen die starke Zweite aus Nordhorn Blanke – verlor Hellern die Tabellenführung an Esens, die nach ihrem Kantersieg gegen SG Osnabrück II nun mehr Brettpunkte aufweisen.

Am 01.02.2015 fanden in Hellern gleich zwei Spitzenspiele statt. Unsere Erste spielte gegen Nordhorn-Blanke I, unsere Zweite gegen Nordhorn-Blanke II. Aus verschiedenen Gründen spielten wir diesmal im Gastraum des Clubhauses. Erfreulicherweise traten wir wieder mal mit der Stammbesetzung an. Aber ein Blick auf die Aufstellung des Gegners machte deutlich: die sind nicht nur zum Biertrinken hergekommen. Die haben was vor! Wir hatten allerdings auch etwas vor.

Der Wettkampf begann recht unglücklich, jedenfalls für die Gäste, denn der Gegner von Reinhard Paul beging einen schweren Eröffnungsfehler. Reinhard nutzte die Steilvorlage und fuhr den ersten vollen Punkt ein. Auch Daniel spielte gewohnt stark, führte seinen Gegner regelrecht vor und punktete ebenfalls voll. Dafür hatte Joachim Rein arge Probleme, denn er musste gegen Fabian Stotyn spielen, hielt lange stand, war aber den Endspielkünsten seines Gegners nicht gewachsen.

Erschreckend planlos agierte diesmal Mannschaftsführer André Böhme, der lange ums Remis kämpfte, dann ein Springermanöver des Gegners übersah und dann bald kapitulieren musste. Vorbildlich war diesmal die komplette Jugendriege. Hannes Ewert behielt in komplizierter Stellung die Nerven und sorgte mit einem verdientem Sieg für die Trendwende. Jana Böhm hatte inzwischen  aus einer eher schlechten eine Gewinnstellung gemacht, so dass Thorben Weist die Gelegenheit nutzte und seinen Gegner zum Remis zwang.

Dann wurde noch lange gekämpft und die Geduld der Truppe und der Zuschauer arg strapaziert. Schließlich holte Jana dann den erwarteten Sieg. Damit  war der Kampf gewonnen, und es spielte noch Martin „Locke“ Hart, der in schwieriger Stellung mit einem genialem Springermanöver seinem Gegner doch noch einen halben Punkt abnahm. Wieder einmal hat die Truppe Kampfmoral bewiesen. Leider werden unserem Hauptkonkurrenten Esens die  Punkte teilweise Frei Haus geliefert, so dass wir trotz des Sieges die Tabellenführung wieder abgeben mussten. Beim nächsten Spiel in Hagen heisst es deshalb: Aufholen und Überholen!

A. Böhme

Einzelergebnisse (Quelle: Ergebnisdienst des Niedersächsischen Schachverbandes)

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Impressionen vom Doppelspieltag von Dr. Ortwin Thal:

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Werder-Fans sind Ärger gewohnt: Franz und Joachim

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Jana outete sich als Endspielexpertin. Locke sieht skeptisch aus.


Die neue Brille sorgte für Durchblick: Dritter Saisonsieg für Hannes

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Der Mannschaftsführer ahnt es: Das geht nicht gut!


Im neuen Hellern-Outfit ließ sich Locke von Patrick Wiebe nicht das Remis klauen.

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Thorben (r.) völlig unbeeindruckt gegen den starken Jan van der Veen = ½ – ½


Weit gereiste Kiebitze: Ein Franke und ein Westfale beim Emsland-Derby.

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„Beim nächsten Mal nehme ich die Tür!“