Am 11.04. fand die 8. Runde in der Bezirksliga statt. Vier Teams hatten noch realistische Chancen auf die Meisterschaft. Die SG Osnabrück 2, der SV Veldhausen, der Hagener SV 2 und wir, der SV Hellern 3. Allerdings hatten wir noch ein schweres Auswärtsspiel in Bad Essen zu absolvieren.
Ein Gastbeitrag von Niels Dettmer.
Ein ungutes Gefühl

Damit es etwas spannender wird, mussten wir leider auf Joe Santos und Jürgen Grosser verzichten. Als am Spieltag noch Michael Benning mit Magen- Darm-Problemen absagen musste, beschlich mich ein ungutes Gefühl. Ich glaubte trotzdem an die Stärke unserer Mannschaft, aber im Endspurt um den Titel auf drei Stammspieler verzichten zu müssen, kann sich negativ auswirken. Als Ersatz konnten wir Stefan Ewert, Klaus Lapehn und Andre Böhme verpflichten.
Als ich die Aufstellung von Bad Essen sah (DWZ-Schnitt 1759) ahnte ich schon, dass es eine enge Kiste wird (SVH 3 DWZ-Schnitt: 1754) .
Steigen wir in die Partien in chronologischer Reihenfolge ein.
Ich spielte an Brett 4 mit Schwarz, hatte mich allerdings die ganze Woche auf Weiß an Brett 5 vorbereitet. Intuitiv hatte ich mir am Freitagabend noch ein paar Sachen für die schwarzen Steine angeschaut.
Das sollte sich als goldrichtig erweisen.
Es kam die Französische Verteidigung aufs Brett, mit einer Variante, die ich mir am Vorabend schon angeschaut hatte. Mein Gegner beging erst eine positionelle Ungenauigkeit, die einen Bauern kosten würde, und drei Züge später rochierte er und brachte seinen König vermeintlich in Sicherheit, verlor aber taktisch eine Figur. Mein Gegner Andreas Heick schaute etwas konsterniert und gab im 14. Zug auf.
An Brett zwei hatte es Dominik Suendorf mit Malo Oelschläger zu tun. Malo hatte gerade eine gute LJEM abgeschlossen und einen großen DWZ-Zuwachs und sicherlich auch viel Selbstvertrauen aus Rotenburg mitgebracht. Aus einem weißen Larsen-Aufbau entwickelte sich ein dynamischer Kampf ums Zentrum.
Dominik verlagerte seine Streitkräfte dann zum Königsflügel und stellte diverse Drohungen gegen den weißen Königsflügel auf. Als Dominik den Angriff startete, unterlief dem Verteidiger wohl ein Fehler und er wurde Matt gesetzt. Somit stand es 2:0 für uns.
Stefan Ewert spielte Brett 6 gegen Frank Mengeler mit den schwarzen Steinen. Sein Gegner hatte bis zur 8. Runde eine schlechte Saison erwischt. Gegen Stefan hingegen spielte er sauber und ließ kein Gegenspiel zu. Weil auch Stefan keine Fehler machte, endete die Partie folgerichtig mit einem Unentschieden. 2,5:0,5 für uns.
Andre Böhme hatte am 8. Brett ebenfalls die schwarzen Steine. In der Eröffnung und beim Übergang ins Mittelspiel konnte ich zum Teil deutliche Vorteile für Andre erkennen. Irgendwann ist Andre falsch abgebogen und sah sich einer dynamischen Bauernwalze gegenüber. Dabei ging leider so viel Material über Bord, dass Andre die Partie aufgeben musste. Nur noch 2,5: 1,5 für uns.
Stefan Grasser erwischte am 5. Brett mit den weißen Steinen einen Traumstart und konnte nach der Eröffnung eine bessere Stellung für sich verbuchen. Dann traf er ein paar zweifelhafte Entscheidungen und verlor erst den Vorteil, dann einen Bauern und fand sich schließlich in einem Doppel-Turm-Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und einem Bauern weniger wieder.
Ganz so einfach war das aber für seinen Gegner aber nicht zu gewinnen. Aber spätestens, als Stefan seinen Läufer zum Tausch anbot, war die Partie für ihn verloren, weil die beiden verbundenen Freibauern nun fast ungehindert durchmarschieren konnten. Ausgleich, 2,5:2,5.
An Brett 7 führte Klaus Lapehn die weißen Steine gegen Frank Höppner. Klaus hatte die Partie, wie sich in der Analyse herausstellte, etwas zu brav angelegt. Statt sich zu verteidigen, hätte er dynamisches Gegenspiel am Königsflügel aufziehen können. Eigentlich stand sein Gegner besser und konnte Druck auf Klaus‘ Damenflügel aufbauen. Kurz bevor dieser zusammenbrechen konnte, beging sein Gegner eine Ungenauigkeit, welche Klaus sofort ausnutzte, um seine Stellung zu entlasten. Danach plätscherte die Partie noch ein paar Züge dahin , bis man sich auf die Punkteteilung einigen konnte. Zwischenstand 3:3.
Nur ½ Punkt aus den entscheidenden Partien
Martin „Locke“ Hart spielte an Brett 1 gegen Tobias Förster. Ein wildes Königsgambit kam aufs Brett.
Trotz eines Figurenopfers konnte Locke den Königsangriff nicht zum Erfolg führen. Auch Tobias Förster ließ ein paar Chancen liegen. In einer wilden Zeitnotphase von Locke und unklaren Chancen für seinen Gegner, bot dieser Remis an, was Locke angesichts seinen Materialnachteils annehmen musste. 3,5:3,5.
Die entscheidende Partie war einmal wieder die von Tom Spierenburg. War er noch ganz ordentlich aus der Eröffnung herausgekommen, unterliefen ihm im Mittelspiel ein paar ungenaue Züge. Da führte erst zu einem Doppelbauern und anschließend zu einem Bauernverlust im Zentrum. Weil sein Gegner seinen Vorteil etwas passiv verwaltete, konnte Tom ein Gegenspiel aufziehen. Die Sicherheit des Gegenspiels war aber trügerisch, denn sein Gegner zog plötzlich einen Königsangriff auf, der nur noch unter Materialverlust zu parieren gewesen wäre. Zwischenzeitlich hatte Toms Gegner sogar ein einzügiges Matt auf dem Brett, was er nicht gesehen hat. Aber der Materialverlust war zu groß, sodass Tom die Partie aufgab. 3,5:4,5 gegen uns.
Fazit: drei Stammspieler kann man in der Bezirksliga nicht ohne Weiteres kompensieren. Wir hatten unsere Chance verspielt, mit einer sicheren Ausgangsposition in die letzte Runde gegen den Hagener SV 2 gehen zu können. So mussten wir unseren Mannschaftskampf gegen Hagen gewinnen und hoffen, dass die SG Osnabrück nicht mit mehr als 6:2 gegen den SV Veldhausen gewinnt. Fortsetzung folgt.


Foto: © Hellern-Archiv
