Kreisliga: Endspurt mit Erfolg

Mannschaften aus den unteren Ligen werden oft unter „ferner liefen“ verbucht. Dabei wird dort genauso gerackert und gefightet wir in den oberen Regionen. Erst recht, wenn der Abstieg droht. Es lohnt sich also genauer hinzuschauen, was unsere 5. Mannschaft im Saisonfinale der Kreisliga Osnabrück leistete. Ihre Mission: Klassenerhalt!

Stärkstes Team der Liga? Schön wär’s!

Die entscheidende Phase im Kampf gegen Bramsche/Bersenbrück 2. Vorne links: Werner Buhr.

Ja, wenn es um den DWZ-Schnitt der gemeldeten Top 6 ging. Der hatte Bezirksliga-Niveau – bloß spielten sie nie oder nur gelegentlich. So agierte Hellern 5 auf einem Level von ca. 1350. Und das soll man überleben?

Geht nicht. Nach der 2. Runde nistete sich das Team von Mannschaftsführer Stephan Niendieker in traurigen Gefilden ein: Letzter, Vorletzter, dann nur noch Letzter. In Runde 6 schaffte H 5 es mit einem 3-3 gegen den OSV 5 auf Platz 8! Danach ging es wieder steil nach unten. Und die Rettung?

Es war eine Mission Impossible. Der erste Schritt geschah in einem aussichtslosen Fight, als man im Barenturm mit nur vier Spielern ein 3½-2½ schaffte. Juri Gernhardt, Thomas Magiera, Olaf Caldewey (Foto) und David Siemer gelang der Husarenstreich.
„Schnelle Remise kamen für keinen unserer Spieler in Frage. Denn trotz der schwierigen Bedingungen wollten wir gewinnen. Juri attackierte wie gewohnt mit guten Ideen und strategischen Kenntnissen. Thomas spielt immer auf Gewinn wenn notwendig. Olaf sicherte den wichtigen halben Punkt und David fand sich in einer taktischen Stellung besser zurecht. Letztendlich stand hier ein 3,5 zu 2,5 Sieg zu Buche und wir standen trotz der bisherigen unglücklichen Saison auf dem achten Platz der Tabelle. Klasse war zu sehen, welcher Wille in der Mannschaft steck“, kommentierte Stephan den Erfolg.
Und trotzdem drohte der Abstieg, denn vom Neunten, dem SC Fürstenau 2, trennte das Team lediglich ein halber Brettpunkt. Keine schöne Situation, da ein verschärfter Abstieg ausgerufen worden war. Klar, in der letzten Runde musste ein Sieg her!

Mission Impossible gelang mit Bravour

MF Niendieker gelang mit der Reaktivierung von Prof. Dr. Matthias Peistrup (DWZ 1968) und dem Einsatz unseres Ex-Vereinsmeister Dr. Hans Harmening sowie Neuzugang Werner Buhr ein Aufstellungscoup.

Was danach passierte, schilderte Stephan: „Schnell gelang es Werner Vorteil zu erspielen. Gegen den Bramscher Youngster Clemens Dobbelhoff könnte Werner den Vorteil langsam aber stetig verdichten und letztendlich erfolgreich zum Mattangriff führen. Eine erste Erleichterung, denn die weiteren Bretter waren hart umkämpft.

Stephan Niendieker

Matthias, der 2017 seine letzte Partie gespielt hatte, gewann an Brett 1 zwar einen Bauern. Aber Siegmar Ibisch hielt lange Zeit sehr stark dagegen. Siegmar hatte Raum- und Positionsvorteil. Aber Matthias spielte konzentriert und verteidigte sich sehr achtsam. Als Matthias sich aus der Umklammerung befreien konnte, vereinfachte sich die Stellung und aus einem Mehrbauern wurde ein weiterer Mehrbauer. Dies reichte dann zum Sieg. Zwischenzeitlich remisierten Olaf Caldewey und Christopher Steinke. Beide spielten mit Schwarz sehr achtsam, wobei die Stellung von Christopher möglicherweise zwischenzeitlich besser aussah mit Mehrbauer und großem Zeitvorteil.

Wir hatten damit 3 Punkte beisammen und der Klassenerhalt war gesichert.
Hans Harmening spielte ebenfalls stark. Mit den weißen Steinen übte Hans immer leichten Druck aus und verbesserte seine Stellung langsam aber sicher. Nachdem Hans nebst Materialvorteil mit seinen Figuren in die gegnerische Königsstellung eindringen könnte, verlor sein Gegner die Übersicht über alle gleichzeitigen Drohungen.“

Dabei gelang Hans am 4. Brett eine hübsche Kombi:

„Matt und voller Punkt für Hans, der damit eine starke Saison erfolgreich beenden konnte. Als letzter Spieler saß Thomas Magiera am Brett. Thomas ist unser Kämpfer um die wichtigen Punkte, immer bereit für die Mannschaft auf den vollen Punkt zu gehen. Gegen Helmut Meyer entstand eine Partie, die von beiden Seiten sehr umsichtig und genau gespielt wurde. Am Ende ein gerechtes Remis in einer anspruchsvollen Stellung.“

Und die nächste Saison? Stephan ist optimistisch: „Wir hoffen, in der nächsten Saison schneller dem Abstiegskampf zu entgehen und gehen gestärkt durch die letzten Wettkämpfe in die Vorbereitung für die nächste Kreisliga-Saison.“

Quelle: Schachbezirk Osnabrück/Emsland

Und da Fürstenau 2 knapp verlor, reichte das 4½-1½ gegen Bramsche/Bersenbrück 2 für einen komfortablen 8. Platz. Mission gelungen!

Quelle: Schachbezirk Osnabrück-Emsland

Souveräner Staffelmeister wurde Dissen-Bad Rothenfelde mit seinem neuen Topspieler Wolfgang Greten. Die Spieler gewannen schlicht und ergreifend alle Wettkämpfe. Glückwunsch.

Fotos: Thal © 2026