Verbandsliga: 4-4 gegen Oldenburg und eine starke Saisonbilanz

Am vergangenen Sonntag stand für unsere Mannschaft der letzte Spieltag der Saison an – der 9. Durchgang einer intensiven und spannenden Spielzeit. Die Ausgangslage war klar: Mit einem Sieg gegen die Reserve aus Oldenburg hätten wir uns noch den zweiten Tabellenplatz sichern können. Ein Bericht von Ramin Kaberi.

Die Aspiranten-Vizemeister

Hellern 2 vs. Oldenburg 2: Es geht für den Gastgeber um Platz 2!

Können wir noch Vizemeister werden? Entsprechend motiviert gingen wir in den Wettkampf, doch am Ende mussten wir uns mit einem ausgeglichenen Ergebnis zufriedengeben: Zwei Siege, zwei Niederlagen sowie mehrere Remisen führten dazu, dass wir die Saison mit insgesamt 9 Mannschaftspunkten auf einem guten 4. Platz der Endtabelle abschließen konnten.

Brett 1

Warns (r.) – Bade

Hajo geriet früh in Schwierigkeiten. Ungedeckte Felder brachten ihn zunehmend unter Druck, sodass er seine Partie leider nicht halten konnte.
(Anm. d. Red.:  Turmendspiel mit entferntem Freibauer in der c-Linie. SF Warns musste prüfen, wann und wie der eigene König Raum gewinnt. Hajo musste dagegen herausfinden, wann und wie er ohne Folgen für sich die Flügelbauern seines Gegners angreifen kann. Aber auch, wann man zum Promotionsfeld des gegnerischen Freibauern läuft. Da das Endspiel allen Interessierten viel Lernstoff zu bieten hat, bieten wir eine Analyse an, die – sorry – sehr, sehr lang ist!)

Nachspiellink

Brett 2

Ernst (r.) – Khajeni: Trotz seiner Niederlage erzielte der Oldenburger eine Performance von 2191.

Hier gab ein echtes Highlight: Franz Ernst präsentierte sich einmal mehr in bestechender Form und bezwang einen bislang ungeschlagenen Gegner, der bis dato 5 Punkte aus 5 Partien sowie eine DWZ-Performance von über 2300 vorzuweisen hatte.

Eine starke sportliche Leistung von Franz. Damit holte Franz an Brett 2 gute 4 Punkte aus 8 Spielen und verbesserte seine DWZ um +36 DWZ. Entsprechend einer Leistung von über 2055. Herzlichen Glückwunsch!

Brett 3

Sanchez Hernandez (r.) – Rein

Joachim entschied sich diesmal für ein abgelehntes Damengambit, in dem er sich eine solide Stellung im bekannten „Tannenbaum“-Aufbau erarbeitete. Zudem erspielte er sich einen Zeitvorteil von über einer Stunde. Am Ende einigte man sich in besserer Stellung für uns auf ein gerechtes Remis.

Brett 4

Kaberi (r.) – Schäfer: Ramin hatte einen Gegnerschnitt von >1950

Meine Partie verlief zunächst alles andere als optimal. Bereits in der Eröffnung geriet ich in Nachteil, konnte mich jedoch nach rund vier Stunden Spielzeit trotz eines Minusbauern in eine ausgeglichene Stellung zurückkämpfen. Im anschließenden Turmendspiel verlor ich jedoch kurzzeitig die Kontrolle und ließ ein entscheidendes Schachgebot zu, das letztlich die Partie kostete.

Brett 5

Hervorzuheben ist Wolfgang Andre, der in dieser Saison nach 6 Einsätzen ungeschlagen blieb und damit eine wichtige Stütze für die Mannschaft darstellte. Schönen Dank!

Brett 6

Szobries (r.) – Bohlemann: der Oldenburger blieb ungeschlagen. Harry auch.
10. Le2 war eine starke Neuerung von Harry.

Ein besonderes Ausrufezeichen setzte in dieser Saison unser Scorer Harald Szobries: Mit starken 5,5 Punkten aus 9 Partien blieb er an den oberen Brettern  ungeschlagen und unterstrich seine konstant gute Form eindrucksvoll. Neben einem Zugewinn von 45 Elo-Punkten erspielte sich Harry zudem eine beeindruckende DWZ-Performance von über 2003. Herzlichen Glückwunsch für die Glanzleistung.

Brett 7

Teutsch – Kovermann (r.)

Auch an den weiteren Brettern wurden überwiegend Remisen erzielt. Besonders hervorzuheben ist jedoch der Sieg von Topscorer Peter Kovermann (6,5 aus 9), der sich nach frühem Damentausch die Initiative sicherte und seine Partie souverän zum Erfolg führte.


Auch wenn wir Platz 2 knapp verfehlten, können wir rückblickend mit dem Saisonverlauf dennoch sehr zufrieden sein. Trotz mehrfacher personeller Unterstützung für unsere 1. Mannschaft und den damit verbundenen Aufstellungen, spielten wir oft nicht in Bestbesetzung. Aber das Team um Joachim Rein hat trotzdem konstant gute Leistungen in der Verbandsliga gezeigt und großen Zusammenhalt bewiesen. WIR sind ein TEAM!

Team = Toll Ein Anderer Macht
Unser Dank gilt allen Spielern, Beteiligten und Organisatoren für ihren Einsatz über die gesamte Saison hinweg. Gleichzeitig gilt unser Mitgefühl den beiden Absteigern aus unserer sehr nahgelegenen Derby-Region, Spelle und Nordhorn. Wir hoffen sehr, dass sie den direkten Wiederaufstieg in die Verbandsliga schaffen.

Nun richten wir den Blick nach vorne und freuen uns bereits auf die kommende Saison 26/27.
Bleibt gesund! Schöne Grüße
Euer Ramin

Die Saison im Rückblick – ein Interview mit Joachim Rein

 

Frage: In der Saison  2023/24 mit 6 P Fastabsteiger, ein Jahr später Vierter mit 11 P. Nun erneut Vierter. Diesmal mit 9 P, aber Hellern 2 war  das einzige Team, das dem Aufsteiger OSV 2 mit einem 4-4 etwas wegnehmen konnte. Im Vorjahr hatte es es gegen den diesjährigen Aufsteiger aus Hagen noch eine 2-6-Klatsche gegeben. Machen wir es wir in der Schule: Welche Note zwischen 1 und 6 würdest du dem Team geben und was hat dir in dieser Saison am besten gefallen?

Rein: Ich gebe dem Team eine 2 – mindestens. Mir hat es immer Freude bereitet an den Spieltagen meine Mitstreiter zu treffen und mit ihnen um Punkte zu kämpfen. Und ich hatte stets den Eindruck, dass ich mit dem Gefühl der Freude an Mannschaftskämpfen auch für die anderen Mitspieler sprechen darf. Das ist für mich immer das Wichtigste!

Zudem muss man die Bedingungen nennen, mit denen wir konfrontiert waren. Es gab in diesem Jahr sehr viele Abstellungen an die Erste, so dass wir insbesondere bei Heimspielen stets auf Ersatzspieler angewiesen waren. Ohne die vielen Abstellung wäre vermutlich sogar der Aufstieg möglich gewesen. Das gilt insbesondere, wenn OSV2 auf den Aufstieg in die Landesliga verzichtet. Den Ersatzspielern gilt mein ausdrücklicher Dank. Sie haben zum einen ansprechend gepunktet und zum anderen hatte ich (fast immer) man das Gefühl, dass sie gerne ausgeholfen haben und man sie nicht lange bitten musste. Zudem möchte ich hervorheben, dass die Kommunikation zwischen den Mannschaftsführern nach meiner Einschätzung vorbildlich war. Wir haben stets versucht die Interessen aller Mannschaften im Auge zu behalten.

Frage: Wenn man nur auf die sportlichen Aspekte schaut, dann fällt einem auf, dass ihr nach der Saison 2023/24 bei den Stammspielern vier Abgänge hattet. Normalerweise geht’s in so einem Fall in den Keller. Wie habt ihr den Umschwung geschafft?

Rein: Die Einstellung war gut. Zudem haben Harry, Franz und Peter eine wirklich sehr starke Saison gespielt. Es ist erfreulich zu sehen, wie Peter nach seiner Schachpause wieder zu alter Spielstärke zurückfindet. Und eine wirklich schwache Saison hatte keiner von uns. Auch die Ausgeglichenheit führt ja oft zu Punkten.

Frage: in der Rubrik „Statistik Verbandsliga West“ steht auf der Seite des NSV: „Ein in dieser Staffel eingesetzter Spieler hat durchschnittlich eine DWZ von 1826 und ist 50 Jahre alt.“ Hellern ist mit 56 Jahren sogar zusammen mit Quakenbrück das zweitälteste Team. In der Landesliga Nord liegt der Altersschnitt dagegen bei 43 Jahren. Und Aufsteiger Hagen schaffte mit einem Altersschnitt von 23 Jahren den zweiten Aufstieg in Folge und wird daher in der Oberliga spielen. Was sagt das über die sportliche Zukunft unsere Zweiten aus?

Rein: Für die nähere Zukunft mache ich mir wenig Sorgen. Ich glaube an das Potential der Mannschaft und traue einigen Spielern noch deutlich mehr zu. Zum Beispiel hoffe ich, dass Ramin im nächsten Jahr einen richtig guten Lauf bekommt. Klar wir haben ältere Spieler in unseren Reihen. Aber unsere Spieler sind überwiegend zwar ehrgeizig, aber sie können mit Niederlagen umgehen und machen ihr Glück nicht am Schachsport fest. Nach meiner Beobachtung ist das eine Fähigkeit die hilft, um bis ins hohe Alter ansprechend Schach zu spielen. Am Rande bemerkt: in dieser Saison hat Franz die beste Performance geliefert. Und so viel sei gesagt: Franz ist nicht unser jüngster Spieler.

Danke für das Gespräch – und natürlich auch für dein Zitat!

„Es gibt nicht gute und alte Spieler, sondern nur gute oder schlechte“ (Otto Rehhagel)

 

Hellern 2 – Zahlen mit Aussagekraft

  1. An Brettern 1-4 wurden 3x zum Teil erhebliche DWZ-Gewinne (Franz Ernst: +36 P, Performance: 2055) eingefahren, obwohl drei Spieler unter 50% blieben!
  2. An den Brettern 5-6 saßen zwei Spieler am Brett, die die Saison ohne Niederlage überstanden: Harald Szobries (6,5 P v. 8, DWZ:+45; Performance: 2003) und Peter Kovermann 6,5 P v. 9; DWZ: +12; Performance: 1924).
  3. Die Reserve lieferte mit 6,5 P /13 sehr gut ab.
  4. Zwei Spieler landeten in Topscorer-Liste auf Platz 3 und 4: Harry und Peter.
  5. Mit nur 23% war Hellern 2 die zweitbeste Mannschaft mit den wenigsten Niederlagen am Brett (hinter Lingen).

Fotos: © Thal 2026