Wie macht man ein Pokalturnier attraktiver? Im K.O.-Modus eines Pokalturniers ist für die Verlierer alles vorbei. Sie können nach Hause fahren. Der Oberhausener SV macht es spannender: Wer verliert, wechselt zum Plakettenturnier und nimmt seine Punkte mit. Eine gute Idee.
Reinhold erwischt es gegen den Topfavoriten
Reinhold Happe konnte zufrieden sein. Oberhausen liegt ihm sowie so, nachdem er den Titel eines Stadtmeisters gewinnen konnte. Im Pokalturnier spielte er frech und probierte Eröffnungen aus, die garantiert nicht zu seinem Repertoire gehören. Der eine oder andere Höllenritt war nicht zu vermeiden, aber unterm Strich gab es auch die eine oder andere brillante Partie. Trotz der großen Abstände zwischen den Runden erlebte Reinhold offensichtlich einen Flow.
In der 4. Runde erwischte es ihn im Fight gegen den Turnierfavoriten IM Marcel Becker. Reinhold spielte wagemutig die „Österreichische Verteidigung“ (Austrian Defense), die in Blitz- und sonstigen Zockerturnieren immer beliebter wird. Die Eröffnung setzt das Brett in Flammen – und egal, wer gewinnt: beide Spieler fahren mit einer Rauchvergiftung nach Hause. Wie auch immer: der Sieg von IM Becker ging in Ordnung.
Lange konnte sich IM Becker nicht darüber freuen, denn im Finale kam er gegen Matthias Hahn (ELO 2100, SG Bochum-Linde) nicht über ein Remis hinaus. Blitzpartien musste nun die Entscheidung bringen, ab die konnte erst mit der 4. Partie vollzogen werden. Pokalsieger wurde Schachfreund Hahn.

Für Reinhold (Archivfoto) war die 4. Runde die letzte, in der er seine Figuren über 64 Felder ziehen musste. „Im Plakettenturnier kam es leider zum kampflosen Sieg von Reinhold Happe, der damit, sofern es im Topspiel kein Remis gab, den 2. Platz sichern konnte. In eben diesem Topspiel ging es zwischen Florian Buyken und Lennart Faber um den Sieg des Plakettenturniers. Lennart würde das Remis zwar zum Preisgeld reichen, er wollte aber den Titel. In einer spannenden Partie setzte sich dann aber Florian durch. Glückwunsch an Florian zu Platz 1, und Reinhold zu Platz 2“ (Holger Bönsch, OSV).
Drei Partien werden vorgestellt, drei Partien, die alles andere als handzahm waren. Viel Spaß beim Nachspielen!
Nachspiellink
Foto: © Hellern-Archiv

