Hellern II in bester Derbylaune

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Am 07.12.2014 spielten wir zuhause gegen die Zweite von SG Osnabrück. Nach unserer Niederlage in Esens wollten wir das Ruder wieder herumreißen. Zwar fehlte Martin „Locke“ Hart, aber mit Neuzugang Tammo Lewin konnten wir einen starken Ersatzspieler einsetzen.

Dummerweise musste Daniel Prenzler kurzfristig in der Ersten aushelfen, aber ebenso kurzfristig sprang dafür Uwe „Brösel“ Kuchemüller ein. Spielort war wieder der Hörner Krug, wo wir schon einmal gesiegt hatten. Allerding sorgte Brösel erst mal für eine unangenehme Überraschung, als er in besserer Stellung einzügig seine Partie wegwarf. Mehr Glück hatte Mannschaftsführer André Böhme, der mit verschiedenen Opfern seinen Gegner demoralisierte und ihn anschließend mit einem Turm weniger auf dem Brett zur Kapitulation brachte. Joachim Rein ließ ebenfalls nichts anbrennen und
remisierte, beim Blick auf die übrigen Bretter eine kluge Entscheidung. Reinhard Paul behielt in komplizierter Stellung die Übersicht und wurde folgerichtig mit einem vollem Punkt belohnt. Jana Böhm hatte mit A. Korel einen sehr zähen Gegner, hielt aber stand und konnte schließlich einen halben Punkt verbuchen, eine starke Leistung mit Schwarz. Tammo Lewin hatte viel Mühe mit seinem Gegner, konnte aber dann einen Bauern gewinnen und nach langem Kampf den verdienten vollen Punkt einfahren.

Hannes Ewert, diesmal an Brett eins, bot eine sehr starke Leistung und bewies Nervenstärke, was ebenfalls mit einem vollem Punkt belohnt wurde. Damit war der Sieg perfekt, und Thorben an Brett zwei konnte noch etwas fürs Punktekonto tun. Leider
reichte es trotz besserer Stellung nur zum Remis, aber das Gesamtergebnis 5,5:2,5 kann sich sehen lassen, und die Zweite befindet sich weiterhin auf dem richtigen Kurs. In der nächsten Runde geht es gegen Tabellenführer OSV. Dort gilt es, eine Korrektur an der Tabellenspitze vorzunehmen.

A. Böhme

Einzelergebnisse (Quelle: Ergebnisdienst des Niedersächsischen Schachverbandes)

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Dritter Oberliga-Sieg für Hellern

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Die bislang punktlosen Spieler des Hildesheimer SV hatten sich top-professionell vorbereitet: Anreise am Vortag, Trainingslager und intensives Variantenstudium.
Und tatsächlich schien sich dies auch zu lohnen, denn mit einer kompakten Vorstellung brachten uns die Gäste tatsächlich an den Rand einer Niederlage. Pech für den Mitaufsteiger, dass es am Ende nicht ganz reichte. Mit dem dritten Sieg en suite ist Hellern dem Klassenerhalt dagegen einen Schritt näher gekommen.

Glück und Pech dominierten den Wettkampf. An den ersten vier Brettern hätten die Gäste durchaus mehr holen können. Besonders an den Bretter 2 und 4 werden sich die Hildesheimer über die verpassten Chancen ärgern. Doch alles glich sich aus, denn an den Brettern 5-8 verschenkten wir einiges, etwa in gleichem Umfang. Vielleicht sogar etwas mehr.  Die Suche nach der Gerechtigkeit ist im Sport und besonders im Schach ein leidiges Geschäft – gegen die Fakten lässt sich schlecht argumentieren und der knappe Sieg für Hellern war dann auch nicht unverdient. Entscheidend war die Qualität am ersten und am letzten Brett: hier hatte der Gastgeber mehr zu bieten.

SV Hellern Hildesheimer SV          4½-3½
1 Lingnau,Carsten Ermel,Dirk 1 : 0
2 Gronde,Ingo,Dr. Hoffmann,Bernhard ½ : ½
3 Stock,Joerg Frank,Christian ½ : ½
4 Hummel,Dirk Raimann,Max-Guenter 1 : 0
5 Happe,Reinhold Schmoldt,Ruediger ½ : ½
6 Bade,Hans-Juergen Verhoef,Helge 0 : 1
7 Roehrich,Stefan Janhoff,Axel 0 : 1
8 Prenzler,Daniel Freier,Werner,Dr. 1 : 0

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Verbissener Kampf an den Brettern 5-8. Vorne: Schmoldt-Happe (r.)

Brett 1: Dirk Ermel (2144)- IM Carsten Lingnau (2395) = 0-1

Große Aufregung bei den Kiebitzen beim Stande von 3½ – 3½: Der Hildesheimer hatte Carstens König von einem gefährlichen weißen Freibauern abgeschnitten. Drohte etwa die erste Niederlage? Nichts davon kam der Wahrheit nahe: Carsten stand haushoch auf Gewinn und daran änderte sich auch nichts – allerdings ist seine Technik auch bewundernswert.

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43…Tb3!!
droht den f-Bauern von hinten zu attackieren. Mal abgesehen davon, dass Schwarz auch anders gewinnen kann: Das ist schon feine Technik. 44.Te6+ (44.f6 Tf3+ 45.Kg2 Txf4–+) 44…Kd7 45.Te5 Da der f-Bauer nicht gefährlich ist, versucht es Weiß ‚horizontal‘. 45…c4 46.Kf2 deckt f3. Jetzt könnte der Bauer doch laufen, oder?
46…Te3 (46…Tb2+ 47.Kf3 d3 48.Td5+ Ke8–+; 46…b4 47.axb4 a3 48.f6 Txb4 49.Ta5 Tb2+ 50.Kg3 a2–+) 47.Txb5 (47.f6 Txe5 48.fxe5 b4!–+ der a-Bauer ist nicht im Quadrat).
47…Ke7 spätestens hier war klar, dass der Hildesheimer den Tag nicht retten würde. Wenig später folgte die Aufgabe. Feine Technik von Carsten. Wieder einmal.
0–1 (52.)

Brett 2: Dr. Ingo Gronde (2223) – Bernhard Hoffmann (2227) = ½-½

Ingo hatte am Ende Glück. Nach starker Eröffnung und einem couragiertem Spiel auf Vorposten fand er mit den weißen Steinen den finalen Durchbruch nicht. Im 30. Zug bot sich dem Hildesheimer eine fette Gewinnchance, im 37. erkannte dagegen Ingo den möglichen Knockout nicht. Und wie endet so etwas? Mit Dauerschach!

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Total fokussiert: Dr. Ingo Gronde – Bernhard Hoffmann (Hildesheim)

Brett 3:– Christian Frank (2032) – Jörg Stock (2208) = ½-½

Theoretisch hatte Jörg wenig Probleme, aber auch der Hildesheimer ließ in einer anspruchsvollen Partie zunächst wenig anbrennen, konnte aber nicht verhindern, dass sich Jörg im 20. Zug eine ordentliche Chance bot, um deutlich in Vorteil zu kommen. Sie blieb ungenutzt und im 25. Zug wurde dann Frieden geschlossen.

Brett 4: Dirk Hummel (2258) – Max Günter Raimann (2098) = 1-0

Mit Schwarz spielte der Hildesheimer wie ein tapferer Samurai. Er pflügte mit dem Schwert durch die weiße Stellung, opferte kühn – und hatte dann nichts. Aber auch hier bot sich den Gästen eine verspätete und eigentlich auch nicht schwer zu findende Chance, die SF Raimann in großer Zeitnot aber verstreichen ließ. Diese Partie hätte unentschieden enden können.

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25. … Tc1!? (25…Tc2 war bedeutend unangenehmer und die Engine sieht ein klares Unentschieden) 26.Txc1 Dxc1+ 27.Kg2 Dc7 28.Dd5 Le7 29.Td3 Lf6 30.Dd6 Zeitüberschreitung.  1–0

Brett 5: Rüdiger Schmoldt (2147)- Reinhold Happe (2085) = ½-½

Wieder ein Brett, an dem die Hildesheimer eine Überraschung boten! Diesmal war es ein Gambit, das in der Mitte des 19. Jh. sehr beliebt war. Reinhold war die Sache nicht ganz geheuer und so kam es zu einem frühen Friedensschluss – allerdings in deutlich besserer Stellung für unseren Spieler. So begann sich die Bilanz von Glück und Pech ein wenig auszugleichen.

Brett 6: Hajo Bade (2028) – Helge Verhoef (2066) = 0-1

Endgültig glich sich die Bilanz dann am 6. Brett aus, wo es nur einen Sieger geben konnte: nämlich Hajo, der seinen Gegner nach allen Regeln der Kunst überspielt hatte. Hajo stand nach 17 Zügen haushoch auf Gewinn, ließ auch einige weitere Kracher folgen, verrechnete sich dann aber im entscheidenden Moment und lief zudem in einen bösen Konter. Am Ende war der ganze Punkt futsch. Ärgerlich, aber zum Glück passiert dies Hajo selten.

Brett 7: Axel Janhoff (1863) – Stefan Röhrich (2124) = 1-0

In einer sehr chaotischen Partie war erst Stefan am Drücker, er hatte auch konkrete Gewinnmöglichkeiten, konnte aber den Bock nicht umstoßen. Im Gegenzug vergab der Hildesheimer mehrfach einzügig den Gewinn. So ging es hin und her. Als Stefan dann einer dreifachen Stellungswiederholung auswich, servierte der Hildesheim prompt den Gewinnzug.

Brett 8: Daniel Prenzler (2203) – Dr. Werner Freier (1896) = 1-0

Daniel musste für den erkrankten Stephan Niendieker einspringen. Für den Hildesheimer, der mit der Russischen Verteidigung seine Remisabsichten energisch ankündigte, gab es nichts zu holen. Quasi mit der ersten taktischen Möglichkeit holte Daniel souverän den vollen Punkt.
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Zuletzt hatte der Hildesheimer 26…Td8-d6? Gespielt. Das lässt sich Daniel als gewiefeter Taktiker nicht zweimal anbieten. 27.Sf5 Te6 28.fxg7 Txe1+ [28…Lxg7 29.Se7++–] 29.Lxe1 Lxg7 [29…De6 30.gxf8D++–] 30.Se7+ 1–0. Das war ein sehr wichtiger Punkt!

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Der lachende Sieger: Daniel Prenzler

Nach dem 4. Spieltag liegt Hellern 1 in der Oberliga Nord West auf dem zweiten Platz – ein unverhofftes Zwischenhoch. Nach dem dritten Sieg und insgesamt 7 Punkten sind die Chancen auf einen verfrühten Klassenerhalt gestiegen. Im neuen Jahr geht es zum Spitzenreiter Hannover 96.

Dr. Ortwin Thal

 

 

 

Start in die Oberliga

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Einen guten Start in die Oberliga schaffte unsere Erste mit dem 4:4 bei der Bremer SG.

Am 21. September startete die Oberliga-Saison. Wir als Aufsteiger haben natürlich nur ein Ziel: Nicht wieder abzusteigen. Mit diesem Ziel ging es zum ersten Wettkampf nach Bremen zur SG, angeführt von Otto Borik.

Gegen 08.30 Uhr fuhren wir los. Da wir in Bestbesetzung antraten, machten wir uns durchaus berechtigte Hoffnungen auf den ersten Punktgewinn. Betrachtet man die DWZ Zahlen, sollte dies ein Wettkampf auf Augenhöhe werden. Das Spiellokal der Bremer war nur schlecht erreichbar, so dass wir etwa gegen kurz vor 11:00 Uhr im Spiellokal eintrafen.

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Brett 1: IM Carsten Lingnau – IM Otto Borik = ½ – ½

Gegen den alten Haudegen Otto Borik hatte Carsten lange Zeit optische Vorteile, da Borik eine nicht ganz genaue Nebenvariante spielte. Den leichten Vorteil konnte er leider nicht in den vollen Punkt umsetzen. Schwarz verteidigte sich sehr genau. Am Ende ein verdientes Remis.

Brett 2: Rolf Hundack – Dr. Ingo Gronde -= 0:1

Nach misslungener Eröffnung, drehte Ingo im Endspiel auf und konnte die Wendung herbeiführen. Mit gewohnt starker Endspielleistung schnappte sich Ingo den ersten vollen Punkt für uns in dieser Oberligasaison. Mit reduziertem Material setzt Ingo auf offenem Brett matt!
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38.a4?? [38.De7= Gegenfesselung] 38…g6# 0–1

Brett 3: Jörg Stock – GM Michail Zeitlein aka Tseitlin= 0:1

Gegen den bereits in die Jahre gekommenen GM Zeitlein konnte Jörg nach der Eröffnung eine gute Stellung erreichen. Eine Ungenauigkeit führte aber zu einer etwas schlechteren Stellung. Diese Stellung konnte der GM dann routiniert in einen vollen Punkt umwandeln.

Brett 4: Peter Issing – Dirk Hummel = 0:1

Auch von den frühen Remisangeboten seines Gegners ließ sich Dirk nicht aus der Ruhe bringen. Ein ganz souverän herausgespielter Sieg. Im Damenendspiel mit Mehrbauer konnte Dirk einen zweiten Bauern gewinnen um dann sogar den Damentausch zu erzwingen.
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37.Td1? [vielmehr musste Weiß mit 37.Df2 die Felder e3 und g3 decken] 37…Dg3! 38.d5?? [Der Bremer wollte wohl kein quälendes Endspiel, nun aber gerät er vom Regen in die Traufe. Aussichtsreicher war daher 38.Tb1 Te3 39.Df2 Txc3 40.Dxg3 Txg3 41.Txb6 c3 42.Tc6 Td3 43.Kf2 Txd4 44.Txc3 Txa4 Der Ausgang dieses Klassikers hängt natürlich von den expliziten Endspielkenntnissen ab.] 38…Te1+!–+ 39.Txe1 Dxe1+ 40.Kh2 De5+ 41.g3 Dxd5 42.Df2 Dc6 43.g4 Dxa4 44.Dxb6 Dc2+ 45.Kg3 Dxc3+ 46.Kh4 De1+ 47.Kh5 De8+ 48.Kh4 a4 49.Dc5 g5+ [Damentausch ist nicht zu vermeiden.] 0–1

Brett 5: Stephan Niendieker – Frank Peters = 0:1

Angesichts einiger nicht so aussichtsreicher Stellungen meinte der Autor dieser Zeilen, eine remisliche Stellung auf Gewinn spielen zu müssen. In starker Zeitnot waren die Verwicklungen allerdings zu kompliziert, so dass Peters mit vielen starken Zügen verdient den Gewinn erzielte.

Brett 6: Davor Krajina – Reinhold Happe = 1:0

Im Evans-Gambit spielte Krajina eine neue Idee. Anstatt klaren Ausgleich zu erzielen, spielte Reinhold leider etwas ungenau. Die Endspielführung von Krajina war dann extrem stark. Sein hervorragend positionierter Springer im Zusammenspiel mit den Türmen brachte Krajina einen verdienten Sieg.

Brett 7: Hajo Bade – Klaus Rust-Lux = ½ – ½

Hajo spielte eine sehr engagierte Partie. Leider konnte Hajo die Gewinnchancen nicht realisieren. Rust-Lux verteidigte sich aber auch zäh. Letztendlich wäre hier vielleicht etwas mehr möglich gewesen.

Brett 8: Olaf Giel – Stefan Röhrich = 0-1

Stefan spielte eine Riesenpartie. In einer sehr scharfen Stellung verteidigte er sich sehr genau und nahm eine Mehrfigur mit ins Endspiel. Hier baute er seinen Vorteil immer weiter zu einer Gewinnstellung aus. Glanzleistung!
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40.Tf4?? Ld5!!–+ [Eigentlich müsste man hier den Begriff des Abzugmatts erfinden. Es droht Tc1+ mit schlimmen Folgen] 41.Tf7 [Man sehe: 41.Sd4 Tc1+ 42.Kh2 Th1+ 43.Kg3 h4#] 41…Lc5 [oder 41…Tc1+ 42.Kh2 hxg4 43.hxg4 Th1+ –+ usw.] 42.b4+ Lxb4 43.Tf6 Tc1+ 44.Kh2 h4!! 45.f3 Tc2+ 46.Kh1 Tgc8 47.Sf4 Tc1+ 48.Kg2 T8c2+ 49.Te2 Txe2+ 50.Sxe2 Tc2 [Typische Kampfpartie von Stefan.] 0–1

Letztendlich können wir mit dem Ergebnis wohl zufrieden sein. Wir werden weiter um jeden Punkt kämpfen müssen, um unser Ziel, den Klassenerhalt, zu erreichen. Mal schauen, was die nächsten Spiele bringen. Vielleicht können wir ja in unserem nächsten Spiel (1. Heimspiel) gegen den SK Lister Turm einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Wir bitten um zahlreiche Unterstützung.

Gleichzeitig kann im nahegelegenen Hörner Krug der Wettkampf der 2. Mannschaft verfolgt werden. Im Krug wird dann auch für ausreichend Speisen und Getränke gesorgt sein.

Schachliche Grüße
Stephan

Drama in Esens: Hellern II verliert unglücklich

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Beim haushohen Aufstiegsfavoriten Esens lieferte Hellern II einen offenen Kampf und hatte gute Chancen, einen Mannschaftspunkt mitzunehmen. Doch es kam anders.

Am 16.11.2014 traten wir unsere weiteste Auswärtsfahrt zu unserem stärkstem Gegner an. Es ging nach Esens in Ostfriesland. Das ungewohnt frühe Aufstehen am Sonntag bekam auch nicht jedem. Dennoch erfolgte die Abfahrt einigermaßen planmäßig. In Esens angekommen, hatten wir sogar noch Zeit für einen Kaffee. Der Wettkampf verlief weniger planmäßig.

Reinhard Paul brachte offenbar verschiedene Eröffnungssystem durcheinander und wurde von seinem Gegner schnell und gründlich bestraft. Deutlich geschickter agierte Joachim „Stonewall“ Rein, der in anspruchsvoller Stellung die Nerven behielt und den ersten vollen Punkt einfuhr. Auch Daniel Prenzler beherrschte seinen Gegner
über die gesamte Partie und siegte folgerichtig.

Weniger Glück hatten Martin „Locke“ Hart und Hannes Ewert, die es allerdings mit niederländischen Söldnertruppen zu tun bekamen. Auch klingelte diesmal kein Telefon, so dass diese sich voll auf ihre Partien konzentrieren konnten. Martin und Hannes
kämpften lange, aber vergeblich. André Böhme hatte dafür gar keine Schwierigkeiten. Sein Gegner misshandelte die Eröffnung schwer, stellte sehr früh einen Bauern ein und konnte sich danach nur noch verteidigen, auch dies letztlich ohne Erfolg.

Pechvogel des Tages war Thorben Weist, der sich in einer dramatischen Zeitnotschlacht eine Gewinnstellung erarbeitete, dann aber die Nerven verlor und die Partie regelrecht verzockte. Ebenfalls glücklos spielte Jana Böhm, die lange Zeit mindestens ausgeglichen stand, dann aber die Dame für zwei Leichtfiguren hergeben musste. Die Niederlage war dann nur eine Frage der Technik. Insgesamt war diesmal mehr drin, aber das Glück nicht auf unserer Seite. Was soll´s, die Saison ist noch lang, es kann noch viel passieren.

A. Böhme

Einzelergebnisse (Quelle: Ergebnisdienst des Niedersächsischen Schachverbandes)

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Fünfte: Zweites Spiel, zweiter Sieg

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15.11.2014:  Hellern V – SG Osnabrück IV  5,5 : 0,5

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(Quelle: Ergebnisdienst auf www.nsv-online.de) (Fehler in der Tabelle: 5,5:0,5, nicht 6:0)

Das erste Heimspiel der neu gegründeten Hellern 5-Mannschaft stand bevor. Zu Gast war die SG Osnabrück 5, die jedoch nur mit 5 Spielern antraten. Getroffen hat es unser Brett 4 (Olaf), der hoch motiviert gerne gespielt hätte.

Spannend und ähnlich vom Spielverlauf her kam es an den Brettern 5 (Francisco) und 6 (Felipe). Unsere jungen Nachwuchstalente standen nach der Eröffnungsphase jeweils besser, ließen jedoch Chancen zur Entscheidung aus. Anschließend profitierten sie beide von einem Fehler des Gegners. Diesen nutzten sie beide eiskalt aus und brachten den Sieg dann sicher nach Hause, 3-0 für uns. Die Partie an Brett 2 war mehr als merkwürdig: Thomas stand nach einem Eröffnungsfehler klar schlechter, wenige Züge später hatte er jedoch eine Mehrfigur und gewann. Wir fragten uns nicht warum, sondern freuten uns über das 4-0 und den Mannschaftssieg. Jakob (Brett 1) hatte trotz Minusbauer eine aktive Stellung, nahm aber das Remisangebot des Gegners trotzdem an. Als letzter Spieler demonstrierte uns Norbert an Brett 3 seine Endspieltechnik und gewann das Springer-Endspiel mit einem Mehrbauer. Ein hoher Sieg 5,5-0,5, was uns nach Spieltag 2 den Spitzenplatz in der Tabelle beschert. Daran können wir uns gerne gewöhnen…

Joe Santos

Hellern IV schlägt Fürstenau

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Bester Dinge und in Vollbesetzung fuhren wir zum Auswärtsspiel nach Fürstenau, einem der nominell drei stärksten Teams der Liga. Absteiger gegen Aufsteiger, das klingt nach einer klaren Favoritenrolle für Fürstenau, aber durch die vielen Verstärkungen waren im Gegenteil sogar wir das leicht favorisierte Team. Und dazu kamen unsere beiden „Ultras“ Locke und Andre, die uns als Zuschauer begleiteten, das ist echte Leidenschaft!

Von Anfang an standen wir ingesamt vielversprechend. Stefan (Brett 6) beschloss, den König einfach in der Mitte stehen zu lassen und die g-Linie für einen Mattangriff auf den kurz rochierten weißen König zu nutzen. Sowohl Alfons (Brett 5) als auch Christian (Brett 7) kamen gut aus der Eröffnung und hatten bald Stellungsvorteile. Ludger (Brett 1) hatte es mit Weiß mit Christophorus Scholz zu tun, und es entstand eine schwierig zu behandelnde Stellung. Robert (Brett 2) war mit Schwarz im zweiten Zug mit seinem Eröffnungswissen am Ende und musste improvisieren, was ihm eine ziemlich passive Stellung einbrachte. Auch Klaus (Brett 4) stand zunächst etwas beengt und musste gegen die Initiative des Gegners hart arbeiten. Bei Thorsten (Brett 3) dagegen hatte man von Anfang an den Eindruck, dass die Partie wie in der ersten Runde nur in eine Richtung laufen würde. Hartmut (Brett 8) hatte gegen einen sehr unorthodox und schnell spielenden Gegner eine verkeilte, geschlossene Stellung, bei der es nach dem Übergang ins Endspiel schwierig werden würde zu gewinnen.

Zuerst lichtete sich bei Hartmut der Nebel. Es ging in ein nicht zu gewinnendes Bauernendspiel, und nach ca. zweieinhalb Stunden stand das erste Remis auf dem Meldeblatt. Thorsten spielte die Partie des Wettkampftages aus Helleraner Sicht. Er trug seinen Königsangriff äußerst umsichtig vor, und trotz der Vorwürfe der Kiebitze (Taktikexperte Andre), er hätte den Angriff früher zum Ende führen können, war es ein Einbahnstraßensieg ohne Gegenchance für den Fürstenauer. Stefan hatte starken Angriff. Dann jedoch konnte der gut verteidigende Fürstenauer die Dame für zwei Türme geben, und die entstehende Stellung war äußerst schwer zu beurteilen. Alfons spielte eine schöne Partie, bis ihm angesichts des hartnäckigen Widerstands seines Gegners irgendwie die Ideen auszugehen schienen, wie er sie zum Gewinn führen konnte. Ganz ähnlich Christian, der Druck über die c-Linie aufbauen konnte, aber angesichts der umsichtigen Verteidigung des Gegners keinen klaren Gewinn finden konnte. Klaus Gegner einen seiner Türme in eine Sackgasse, aus dem dieser nicht wieder herauskam. Klaus dachte fortan nur noch darüber nach, wie er den eingeklemmten Turm gewinnen konnte, und so machte sich sein König auf den Weg. Ergebnis: Schöner Gewinn für Klaus und die 2,5:0,5 Führung für uns.

Dann überschlugen sich die Ereignisse. Stefan bot Remis an, und Alfons und Christian erhielten Remisgebote. Robert hatte sich zwischenzeitlich befreien können, allerdings ohne eigenes Gegenspiel, die Stellung war verflacht, und auch sein Gegner bot ebenfalls Remis. Schnelles Kopfrechnen ergab: Bei Annahme aller Gebote würde es 4,5:2,5 für uns stehen. Und so kam es dann auch. Blieb Ludger, der die mit großem Abstand härteste Nuss des Tages zu knacken hatte. Scholz spielte geschickt und sehr präzise, und in Zeitnot konnte Ludger die Partie nicht mehr halten. Starke Leistung von Pastor Scholz!

Am Ende also ein 4,5:3,5 für uns und nach den anderen Ergebnissen des Spieltages der (geteilte) erste Tabellenplatz. Die Erfolgsgeschichte geht also noch ein Stückchen weiter …

Ergebnis und Abschlusstabelle (Quelle: Ergebnisdienst auf www.nsv-online.de)

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Hellern überrascht erneut: Auswärtsieg beim Top-Favoriten

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Am 09.11.2014 stand der 3. Spieltag der Oberliga Nord-West an. Wir hatten ein Auswärtsspiel gegen den hohen Favoriten Werder Bremen 2.

Samstag vor dem Spiel wies uns unser Mitspieler Jörg Stock daraufhin, dass Markgraf und Fish im Bundesligaeinsatz waren, so dass wir zumindest wussten, dass die beiden GMs nicht gegen uns antreten würden. Allerdings war uns bewusst, dass wir auch ohne diese beiden ELO-Riesen deutlicher Außenseiter sein würden. Auf der Hinfahrt diskutierten wir trotzdem ausgiebig über unsere möglichen Gegner und deren Eröffnungsvarianten.

Nachdem wir dieses Mal frühzeitig im äußerst komfortablen Spiellokal der Bremer ankamen, konnten wir uns auf dem Meldebogen anschauen, mit welcher Aufstellung die Bremer ins Rennen gehen würden. Außer einigen Brettern, an denen wir ähnliche Wertungszahlen hatten, waren die Bremer an mehreren Brettern deutlich (150-200 ELO Punkte) überlegen. Insbesondere an den Brettern 6-8 waren die Gegner immer deutlich höher bewertet. So spielte an Brett 6 bei den Bremern der langjährige Bundesligaspieler FM Buchal mit einer Wertungszahl von fast 2300 ELO!

Wir möchten uns bei den sympathischen Bremern für die freundliche Aufnahme bedanken. Es gab Getränke und Kuchen umsonst! Hieran merkte man schon, dass der Gegner sehr professionell aufgestellt ist.

Vielleicht sieht man sich ja im nächsten Jahr doch noch mal in Hellern. Dann werden wir uns mit Kuchen und Getränken revanchieren.

SV Werder Bremen II SV Hellern 2½-5½
1 Joachim,Sven Lingnau,Carsten ½ : ½
2 Lichmann,Peter Gronde,Ingo,Dr. 1 : 0
3 Steffens,Olaf Stock,Joerg 0 : 1
4 Krallmann,Matthias Hummel,Dirk ½ : ½
5 Steingraeber,Kai Uwe Niendieker,Stephan ½ : ½
6 Buchal,Stephan Happe,Reinhold 0 : 1
7 Charmeteau,Sven Bade,Hans-Juergen 0 : 1
8 Lai Hop,Duong Roehrich,Stefan 0 : 1

Brett 1: IM Carsten Lingnau – IM Sven Joachim = ½ – ½

Beiden Spielern konnte man anmerken, dass sie sich intensiv auf den Gegner vorbereitet hatten. Es entstand eine bekannte Theoriestellung aus der Grünfeldindischen Verteidigung. Carsten spielte in der Eröffnung gewohnt stark. Aber auch Joachim war auf dem neuesten Stand der Theorie zu dieser Variante. Weiß hatte vermutlich durchgehend minimale Vorteile. Diese reichten aber gegen einen sehr konzentrierten Gegner nicht zum Sieg. Daher ein leistungsgerechtes Remis.

Brett 2: IM Lichmann – Dr. Ingo Gronde = 1:0

Für die Kiebitze sicherlich die interessanteste Partie des Spieltages. Da Ingo die gespielte Variante aus schwarzer und weißer Sicht kennt, war der Elo-Vorteil Lichmanns hier nicht relevant. Allerdings kannte auch Lichmann die Feinheiten der Stellung haargenau. Nach intensivem Kampf konnte Weiß die Stellung gewinnen. Er lieferte eine beeindruckende Vorstellung ab. Überraschenderweise die einzige Bremer Gewinnpartie an diesem Sonntag. Schade für Ingo, der wie immer auch eine tolle Partie und eine super kämpferische Partie präsentierte.

Brett 3: Stock (2208) – FM Steffens (2279)= 1:0

Jörg spielt eine ganz hervorragende Partie. Steffens neigt häufig zu einer unorthodoxen Eröffnungsbehandlung. Diese führt aber immer zu hoch spannenden und umkämpften Partien. Jörg zeigte sich jedoch bestens präpariert. Es kam eine Stellung aufs Brett, die an eine Mischung aus Tschigorin und Skandinavisch erinnerte. Von beiden Seiten war hier genaues Spiel gefordert. Jörg konnte in einer verwickelter Stellung eine Figur gewinnen und dann kurze Zeit später mit dem Gewinn einer 2. Figur den „Sack dicht machen“. Da wir durch diesen Sieg in Führung gingen und die weiteren Stellungen auch gut bis besser aussahen, erkannten auch die Bremer, dass eine Niederlage gegen uns möglich ist. Wir fingen an, an das Wunder zu glauben.

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13…Scd4? stellt die Partie ein.

14.Sxd4 Txd4 15.f3 Lh5 16.g4 Sd6 17.gxh5 Sxc4 18.Lg5! [18.Lxc4 Txc4 19.Thg1 reicht auch. ] 18…Lxc3 19.bxc3 Txd1+ 20.Txd1 Sd6 21.Lf4 Te8 22.Lf1 a6 23.c4 Te7 24.Lh3+ Kb8 25.Txd6
1–0

 

 

 

Brett 4: FM Krallmann – Hummel = ½ – ½

Dirk zeigte auch in dieser Partie, dass er aktuell in bestechender Form ist. Der Gegner hatte sich zwar gut vorbereitet, aber Dirk spielte dann eine für ihn eher untypische Variante. Hierdurch war Krallmann offensichtlich etwas verunsichert. In der Katalanischen Partie konnte Dirk durch das Standardmanöver c5 sehr schnell ausgleichen. Krallmann verteidigte sich jedoch zäh und versuchte den Ausgleich zu halten. In leicht besserer Stellung nahm Dirk dann aber das Remisangebot seines Gegners an. Die Analysen zeigten danach, dass es Weiß wohl schon sehr schwer hatte, langfristigen Ausgleich zu erzielen.

Brett 5: Niendieker – Steingraeber = ½ – ½

Beiden Spielern schien die Eröffnungsvariante eher unbekannt zu sein. Da mein Gegner in der Eröffnung bereits viel Zeit verbraucht hatte und wir bereits an mehreren Brettern gut standen, bot ich frühzeitig Remis an. Da mein Gegner auch keinen richtigen Plan in der Partiestellung hatte, nahm er das Remis nach kurzer Bedenkzeit an.

Brett 6 FM Buchal (2255) – Happe (2085) = 0:1

An diesem Brett waren die Bremer knapp 200 DWZ und ELO Punkte überlegen. Weiß spielte eine solide Eröffnung, ließ aber schnell den Ausgleich zu. Danach konnte Weiß keinen richtigen Plan entwickeln. Reinhold nutzte die etwas zu passive Spielweise von Weiß mit tollen Manövern aus. Die Stellung kippte immer weiter zu unseren Gunsten. Am Ende ein ganz toller und verdienter Sieg für Reinhold. Riesenleistung!!!

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53…Sd3–+ 54.Ld5+ Kf8 55.Dd2 Sf4 56.a5 Sxd5 57.Txg4 Txg4 58.cxd5 bxa5 59.Dxa5 Dxf5 60.Dxc5+ Kf7 [60…Kg8! –+ 2 Sekunden zu spät gesehen]
61.Dc7+ Kg6 62.Dd6+ Df6 63.Dxf6+ Kxf6 64.Txh5 d3 Fazit: Große Unterhaltung – viel Kampf – und das nötige Quäntchen Glück (Happe).  0–1

 

 

 

 

Brett 7: Bade (2008) – Charmeteau (2224) = 1:0

Gegen den sehr starken Bremer Neuzugang spielte Hajo mit Weiß eine sichere Eröffnung. Schwarz wählte ein falsches Konzept und so stand Hajo nach der Eröffnung bereits spürbar besser. Der Bremer Spieler verbrauchte auch sehr viel Zeit, so dass Hajo (mit seiner bewährten Taktikstärke) in der Zeitnot des Gegners in ein gewonnenes Endspiel abwickeln konnte. Houdini wird in der Analyse zeigen, ob hier vielleicht schon ein KO-Schlag drin gewesen wäre. Mit Mehrqualle musste er sich zwar noch etwas gedulden, bis der Bremer aufgab, am Ende aber ein vollkommen verdienter Sieg für Hajo!

Ebenfalls Riesenleistung (tolle Taktik, tolle Technik)!!
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24.Sh5!! Le5+ 25.Kh1 Tfe8 26.fxg6 fxg6 27.Dg5 Die Engines haben zum Teil andere Gewinnideen im Speicher, aber das Human Brain hält gut mit, auch wenn es natürlich nicht über 4 CPUs verfügt. 27…Sf8? macht alles noch schlimmer. 28.Sf6+ [+7–Gewinnstellung. Am Ende landeten beide Spieler in einem Turmendspiel, dass Hajo mit seinem h-Bauern (!) gewann.]  1–0

 

 

Brett 8: Lai Hop – Röhrich = 0:1

Hier sah es nach verkorkster Eröffnung lange Zeit nach einer Niederlage für uns aus. Weiß opferte einen Bauern und es sah so aus, als könnte er hierfür eine Figur gewinnen. Mehrere Fesslungen gaben keine Hoffnung auf ein Comeback von Stefan. Keiner der anwesenden Spieler sah noch eine Verteidigungsmöglichkeit für Stefan. Mit einer genialen Kombination konnte er seine Figur allerdings retten. Danach brach Weiß mit mehreren ungenauen Zügen zusammen. Man merkte bereits am Brett, dass er (nach seinem Bauernopfer) eine Aufgabe von Stefan erwartete. Den Rest der Partie wickelte Stefan in überragender Form ab! Nach diesem Sieg führten wir mit 2,5: 0,5.

Ganz starke Leistung!! (meine Lieblingspartie des Wettkampfes)

Im nächsten Wettkampf müssen wir gegen die nominell schwächste Truppe der Liga aus Hildesheim ran. Wir haben uns im Kampf um den Klassenerhalt eine tolle Ausgangsbasis geschaffen. Diese versuchen wir hochkonzentriert in diesem Wettkampf weiter auszubauen. Mit einem Sieg, könnten wir uns erst einmal aus dem Abstiegskampf verabschieden. Hierfür werden wir hart arbeiten müssen.

Wir hoffen wie immer auf zahlreiche Fans und freuen uns auf diesen Wettkampf. Es wird wieder ein Doppelwettkampftag. Die 2. Mannschaft spielt wieder im Hörner Krug.

Hierbei auch ein Dank an Andre und Locke für die tolle Unterstützung im Auswärtsspiel in Bremen. Wer hat im Schach schon Fans bei einem Auswärtsspiel?!?

Bis bald
Stephan