Happy End in Oldenburg

Schachfiguren 011_mini_schmal_Hellern 2_Textinsert Hellern 2 Landesliga NordZweite beendet mit einem 6-2 in Oldenburg die Saison im Tabellen-Mittelfeld – Neue DWZ-Zahlen sind online!
(Ein Beitrag von Franz Ernst)
Am letzten Spieltag ging es noch für die halbe Liga um den Abstieg, was zu skurrilen Ereignissen führte: So meldete der SV Lingen den GM Vladimir Epishin sowie einen weiteren Spieler mit einer DWZ von 2343 nach. Die Maßnahme zahlte sich immerhin aus; das nunmehr mit 3 GM und 1 FM bestückte Lingener Team schlug die nur mit sechs Spielern angetretenen Schachfreunde vom Turm Lüneburg mit 5:3 und landete auf dem 8. Platz.

Ungefähr auf Augenhöhe

Auch an uns gingen die Ereignisse nicht ganz spurlos vorbei: Da sich zum Wochenende hin hinausstellte, dass Reinhold Happe – super, dass er überhaupt so häufig spielt – nicht antreten konnte, war klar, dass die Erste zwei Ersatzspieler benötigte und somit die Zweite ebenfalls zwei Spieler aus der Dritten benötigte.
Ohne Locke, Franz und Dominik trat die Dritte dann mit nur sechs Spielern im Saisonfinale an und verlor entsprechend deutlich den SC Ammerland mit 1,5:6,5.

Wertungszahlenmäßig waren wir und die Oldenburger ungefähr auf Augenhöhe, schachlich konnten uns die Oldenburger an diesem Sonntag allerdings nicht Paroli bieten. Zwar verlor Joachim Rein an Brett 4 relativ schnell und etwas unglücklich gegen den gut vorbereiteten Robert Lasarsch, da er mit dem Zug h7-h6 seine Königsstellung lockerte und einen siegbringenden Angriff zuließ.
Kurz danach konnte aber Dominik Suendorf an Brett 7 seine Partie gewinnen. Nachdem er zunächst ein Remisangebot seines Gegners Benjamin Kluin abgelehnt hatte, sammelte er Material ein, überstand den darauffolgenden Ansturm auf seine Königsstellung und konnte den vollen Punkt für sich verbuchen.

Dann gewann Franz Ernst an Brett 6: Alfred Klingenberg fand sich recht schnell in einer gedrückten Stellung wieder, ein Qualitätsopfer brachte auch keine Entlastung, nach der Zeitkontrolle gab der Oldenburger auf.

Klingenberg (1827) – Ernst (1894)

mm_h2_20160410_dia_Klingenberg-Ernst vor 17 b4
Der Oldenburger versuchte mit 17.b4 zumindest einen der beiden starken schwarzen Läufer in Bedrängnis zu bringen. Allerdings änderte dies wenig an der Einschätzung der Engine: -3.5-Verluststellung. Die theoretischen Finessen der Stellung stellt Franz in unserer Datenbank vor: sehr schön und wie so oft mit einem Blick auf Lasker. Lesenswert. Wie begnügen uns mit einem kleinen Ausschnitt (O.T.).

Wenig später gewann Hannes Ewert am Spitzenbrett. Der Oldenburger Heiko Warns brachte in einer wohl etwa ausgeglichen Stellung ein etwas spekulatives Qualitätsopfer, was von Hannes mit starker Hand widerlegt wurde.

Ewert (2031) – Warns (2077)

mm_h2_20160410_dia_Ewert-Warns vor 18 c4
Zuletzt war 17…Td8 geschehen. Mit 18.c4 drohte Hannes mit einem starken Vorposten. Der Oldenburger opferte daher auf d2 die ‚Qualle‘ und erhielt dafür den Be4. Das nächste Opfer brachte ihn auf die Verliererstraße. Trotzdem Hut ab: im Abstiegskampf bekommt man häufig am Spitzenbrett ein schnelles Remis zu sehen. Am letzten Sonntag sah es anders aus: beide spielten hart auf Gewinn (O.T.).
Den Punkt zum 4:1 holte dann Reinhard Paul an Brett 5. Nachdem er Andreas Wetjen bereits deutlich überspielt hatte, ließ er noch Gegenspiel zu (zwei schwarze Türme auf der zweiten Reihe!), setze seinen Gegner im Gegenzug aber kurzerhand matt. Damit hatten wir unser Minimalziel – ein Unentschieden – bereits erreicht.

Paul (1967) – Wetjen (1936)

mm_h2_20160410_dia_Paul-Wetjen vor 33 Sb7
33.Sb7 war nicht ganz so nachhaltig wie 33.Se8+-, aber unser Partiebeispiel soll zeigen, dass auch die Oldenburger ihre Chancen hatten. Sie nutzten sie nur nicht. Nach dem Textzug hätte Andreas Wetjen ausgleichen können, aber es blieb beim Konjunktiv und nachfolgend wurde er schnell matt gesetzt (O.T.). Nachspiellink.

Den Siegpunkt erzielte dann Jana Böhm, die ihren Gegner Thomas Elbern an Brett 3 bereits aus der Eröffnung heraus ordentlich unter Druck setzte, einen Springer auf c6 eingraben konnte und letztlich souverän gewann.

Den Schlusspunkt setzte dann Martin Rothe an Brett 8, der in einem scharfen Endspiel mit Bauern auf beiden Seiten des Brettes seine überlegene Stellung zum Sieg führen konnte. Aufgeben musste leider Thorben Weist: Inni Anirudh an Brett 2 hatte einen gefährlichen Freibauern auf der a-Linie, für den Thorben einen Turm geben musste. Thorbens Freibauer auf der e-Linie war leider noch nicht weit genug vorgerückt und konnte von seinem Gegner entschärft werden.

Mit einem deutlichen 6:2-Sieg führt Hellern 2 in der Abschlusstabelle mit 7 Mannschaftspunkten die zweite Tabellenhälfte an und konnte die Saison somit mit einem ordentlichen 6. Platz abschließen.

Die DWZ-Auswertung der Landesliga

Spieler DWZ-neu +/-
Hannes Ewert 2039 +8
Thorben Weist 2004 +16
Jana Böhm 2010 +61
Joachim Rein 1907 +36
Reinhard Paul 1953 -14
Andre Böhme 1810 -3
Stefan Röhrich 1902 -5
Tammo Lewin 1980 +7
Landesliga Nord, Runde 9, 10.04.2016
SK Oldenburg 2
SV Hellern 2
2 6
Warns, Heiko (2077) Ewert, Hannes (2031) 0 1
Annirudh, Unni (2000) Weist, Thorben (1988) 1 0
Elbern, Thomas (1951) Böhm, Jana (1948) 0 1
Lasarsch, Robert (1890) Rein, Joachim (1871) 1 0
Wetjen, Andreas (1936) Paul, Reinhard (1967) 0 1
Klingenberg, Alfred (1827) Ernst, Franz (1894) 0 1
Kluin, Benjamin (1733) Suendorf, Dominik (1747) 0 1
Förste, Walter (1881) Rothe, Martin (1770) 0 1

Franz Ernst