Ab 22. Juli schüttet der Deutsche Schachbund mit einem Füllhorn für alle Spieler mit DWZ von <2110 einen Zuschlag aus. Gleichzeitig wird das Wertungszahlen-Tool DeWIS geschlossen und durch das neue Wertungsportal ersetzt. Konkret bedeutet dies, dass ein Spieler mit einer DWZ von 1800 ab dem 22. Juli auf 1912 hochgerechnet wird.
Rating-Revolution
Die letzte Rating-Revolution gab es 1993 mit der Umstellung von INGO auf DWZ. Der Grund für die erneute Renovierung des etablierten Rating-Systems ist das Auseinanderdriften von ELO- und DWZ-Zahlen. Statistisch betrachtet sind bei den meisten Spielern die ELO-Zahlen nämlich besser als das nationale Wertungssystem.
Das Ganze ist sehr komplex und hat mit Inflations- und Deflationseffekten der ELO-Zahlen (Stichwort: K-Faktor) zu tun. Wer sich in die anspruchsvolle Materie einarbeiten will, kann dies mit dem Artikel „Ein neuer Blick auf die Elozahlen 2021“ von Walter Wolf tun. Aber auch externe Turniersoftware-Anbieter sollen in Zukunft einen unkomplizierten Zugriff auf die Schnittstelle des DWZ-Systems bekommen.
Die Frage, warum man nicht gänzlich auf die Deutsche Wertungszahl verzichtet, ist ein anderes Thema. Im Folgenden wird der Infotext des Deutschen Schachbunds (DSB) kurz zusammengefasst (Stand: 1. Juni 2026). Einige Beispiele illustrieren abschließend die Auswirkungen auf die aktuelle DWZ-Liste in unserem Verein.
Abgesehen von einigen grundsätzlichen Vorausetzungen, die in der Übergangsphase geregelt werden müssen (keine Aktualisierung der DWZ zwischen dem 7. Juni und dem 22. Juli), wird auch eine Anpassung der DWZ vorgenommen. Dabei werden zwei Gruppen adressiert (siehe auch o.a. Infotext):
„Die DWZ-Erhöhung orientiert sich an der ELO-Anpassung und folgt im Wesentlichen diesen Formeln:
- Bei einer alten DWZ < 1000: DWZ-Neu = DWZ-Alt + 400
- Bei einer alten DWZ > 1000: DWZ-Neu = 0,64 * DWZ-Alt + 760
Die neue DWZ wird nur dann umgerechnet, wenn der Wert größer ist als der Wert der alten DWZ. Für Spieler mit einer DWZ > 2110 erfolgt keine Anpassung.“
Beispiele
Dr. Christian Böttcher, die Nr. 5 in der aktuellen Liste, hat eine DWZ von 2121. Seine Zahl bleibt unverändert. Nr. 6 ist Jörg Stock (2090), der sich gem. der Neuberechnung auf 2098 verbessert.
Niels Dettmer (alt: 1779) verbessert sich dagegen auf 1899. Der mittlerweile inaktive Juri Gernhardt (alt: 1508) erzielt sogar ein Plus von 217 und eine neue DWZ von 1725. Am meisten profitieren also alle nach der Formel: Je geringer die Zahl, desto imposanter der Zuschlag. Da wir im Moment keinen Spieler < 1000 haben, erübrigt sich ein Beispiel. Aber dort ist es rechnerisch einfach: sie erhalten pauschal 400 P mehr.
