OSV-Meisterschaft 2025/26: Reinhold Happe wird Dritter

Die offene Meisterschaft des Oberhausener Schachvereins belastete den Terminkalender nicht. Das 7-rundige Turnier begann am 2.9.2025 und endete erst vor wenigen Tagen – das konnte Reinhold verkehrstechnisch bequem nebenbei erledigen, weil der Ausrichtungsort quasi vor der Haustür zu finden ist.  Das Turnier sportlich nebenbei zu erledigen, geht nicht, es sei denn, man heißt Magnus Carlsen.

Showdown in Runde 6

2019/20 hatte Reinhold das Turnier bereits gewonnen. Diesmal wurde es erneut spannend, denn entschieden wurde die Titelvergabe erst in der letzten Runde.
Reinhold war diesmal an 5 gesetzt. Topfavorit war IM Marcel Becker, der für den OSV in der NRW-Klasse 2 an Brett 1 spielt. Dass der Gastgeber ‚ganz oben‘ die Start-/Rangliste auch mit weiteren starken Spielern dominierte, war keine Überraschung.

Die folgte in Runde, als sich Reinhold gegen Rouven Brans einen Ausrutscher erlaubte. Der für die Schwarze Dame Osterfeld spielende 17-Jährige ist ein talentierter Nachwuchsspieler, der am Ende mit Platz 14 eine starke Turnierleistung ablieferte.

Happe – Meinike nach 29…Lf8

Überhaupt hatte Reinhold gegen ratingschwächere Gegner harte Arbeit zu leisten. Die spielten streckenweise nämlich ziemlich gut und besaßen die Chuzpe, ihre Punkte nicht als Geschenk zu überreichen. In Runde 2 hatte Thorsten Meinike (DWZ 1771) 29…Le7-f8 gespielt. Es folgte 30.Lc4! und anschließend drang die weiße Dame über f2 auf f6 ein. Das Ergebnis: e-Bauer futsch, Partie futsch. Schöne Kombi von Reinhold. Runde 3 kommentierte Reinhold lapidar: „Auch hier rettete ein Einsteller meines Gegners den vollen Punkt.“ Schön war die Kombi trotzdem, denn Ralph Schmidt (DWZ 1913) hatte die Figur nicht einfach so zum Wegnehmen hingestellt.

Reinhold Happe

In Runde 4 folgte ein unnötiger Punktverlust gegen den am Ende auf Platz 4 einlaufenden Mirco Gockel (SV Dormagen 1947, NRW-Liga 1).
Ausgerechnet mit dem letzten Zug geschah es: „Eine fehlerhafte Partie, in der ich trotzdem auf Gewinn stand, ihn aber in Zeitnot verzockte“, erklärte Reinhold den Ausrutscher.

Normalerweise spielt man nach zwei Remisen in einem 7-rundigen Turnier nicht mehr oben mit. Diesmal war es anders und da Reinhold in Runde 5 taktisch elegant gewann, war der Showdown mit IM Becker nicht mehr zu vermeiden. Würde es doch noch mit Platz 1 klappen?

 

Ein Sieg und Platz 1 wäre näher gerückt. Nun wurde es deutlich komplizierter, auch weil der Turnierfavorit die bessere Feinwertung hatte.

„Erster hätte ich nur bei einer Niederlage von IM Becker werden können und er stand tatsächlich mehr als kritisch (…) Die Variante gegen CM Kiese hatte ich gewählt, um ein Remis möglichst sicher zu haben, aber andererseits, für den Fall, dass er die Variante nicht kennt, auf Gewinn spielen zu können“, schätzte Reinhold die Chancen realistisch ein.
Der Ball lag eher bei seinem Gegner, der aufgrund der sehr guten Feinwertung auf Gewinn spielen musste, es  aber nicht konnte, weil die Stellung dies nicht hergab.

Insgesamt ein spannendes Turnier, das Reinhold mit einem DWZ-Plus von 13 Punkten beendete. Beim nächsten Versuch, den Pott im ’netten Turnier vor der Haustür‘ zu holen, wird es sicher nicht langweiliger werden.

Schlusstabelle

 

Fotos: © Hellern-Archiv