Aufbruchstimmung ade? Diese Reaktion käme zu früh. Aber die Niederlage gegen den SV Lingen war mehr als eine Spaßbremse, denn in einem Heimspiel mit sechs Spielern die Saison zu beginnen, führt fast automatisch zu Fragen. Aber die Antworten fehlen oder sind unbequem. Glückwunsch an die 3. Mannschaft: sie machte ihr Ding, gewann und ist Tabellenführer in der Verbandsliga West.
Wo sind die Spieler?

Das von Ramin Kaberi mit viel Aufwand gestaltete Poster ist ein Sinnbild des Aufbruchs. Es spiegelt wider, was man sich vorgenommen hat und wohin man will. Es zeigt aber auch, wie schnell der Enthusiasmus eine Bruchlandung machen kann, wenn nicht geliefert wird.

Und die Zweite hätte fast geliefert! Es fehlten aber fünf Stammspieler. Und plötzlich wurde klar, dass man an diesem Sonntag kaum Reservespieler im Kader hatte. Die spielten in der gleichen Liga, zwei mögliche Reservisten waren indisponiert. Und so war es verständlich, dass vor dem Beginn der Doppelveranstaltung das große Murren bei den Akteuren begann. Da die Redaktion nicht mit den Verantwortlichen sprechen konnte, erübrigt sich ein Kommentar.
Die Moral war 1 A
Immerhin wurde mit Andre Böhme ein Haudegen alten Stils nachgemeldet.

Andre lieferte trotz angeschlagener Stellung völlig unbekümmert einen vollen Punkt ab. Zuvor stand es aber bereits 3-0 für die Lingener. Neuzugang Guido Weißert hatte verloren. Kam Andres Aufmucken zu spät?
Nein. Die Zweite begann zu fighten. Reinhold Happe setzte die Botschaft des Posters um und spielte eine Glanzpartie gegen Admir Adrovic: 2-3.

Nun waren noch drei Helleraner aktiv: Hajo Bade, Harry Szobries und Ramin Kaberi. Harry spielte ausgesprochen aggressiv und gewann gegen Asmir Adrovic: 3-3.
Nervenaufreibendes Finish
Wurden die Kiebitze Zeugen eines Wunders? Fast! Hajo und Ramin standen beide irgendwann auf Gewinn, konnten aber den fehlenden Punkt nicht einfahren. Hajo hatte noch die besten Chancen. Überhaupt war die Partie gegen Ramon Mildner theoretisch auf sehr hohem Niveau, aber halt auch sehr komplex. Zum Beispiel im linken Diagramm.
21. Tg6 nimmt den Be6 ins Visier und basiert auf der Idee, die Kette mit g2-g4 zu sprengen. Die versteckte Absicht ist das Motiv Sd2-e4, was aber nur klappt, wenn der Sc4 verschwindet. Forciert ist der Gewinn nicht, aber für die Engine ist die Stellung haushoch gewonnen. Ganz ehrlich: hier braucht man Glück, um das zu gewinnen. Im rechten Diagramm hebelt 38. g4-g5 den h-Bauern frei. Der Bf4 fliegt zwar vom Brett, aber erstaunlicherweise ist die Partie trotzdem Remis. Leider spielte Hajo 38.Tf1 und musste nach 38…Txd3 sofort aufgeben.
Ramins Partie gegen den vorsichtig agierenden Christian Möller war im 22. Zug gewonnen, aber dazu hätte Ramin in einer komplexen Stellung einen raffinierten Zwischenzug entdecken müssen. Am Ende bemühten sich beide Akteure einem mausetoten Turmendspiel noch einen vollen Punkt zu entreißen. Vergeblich, also Remis.
Den Präsenzkampf hatten wir zwar mit 3½-2½ gewonnen, aber nicht das Match. Die Redaktion blickt dem internen Derby zwischen Hellern 2 und Hellern 3 (Runde 2) mit großer Neugier entgegen.
- Fotos: © Thal 2026
- Grafische Gestaltung: © Kaberi 2026





