Oberliga Runde 8: Hellern verliert kampflos

Der SV Hellern wird die letzten beiden Oberliga-Spiele nicht bestreiten. Die Mannschaftsleitung bekam keine Mannschaft zusammen, auch nicht für das Heimspiel gegen Oldenburg. Die reisenden Oldenburger sollen keine große Lust gehabt haben, sammelten aber ein 8-0 ein, da Hellern zuerst abgesagt hatte. (Nachtrag: der SK Union hat mitgeteilt, dass er uneingeschränkt spielbereit war). Morgen wird also auch der SK Lehrte die Punkte von uns kampflos erhalten. Mittlerweile gibt es die Termine für die neue Saison. Auch darüber wird in diesem Beitrag berichtet. Update.

Hohe Beteiligungsquote in der Oberliga

Zumindest in Runde 8 gab es anders als bei der Beendigung der Landes- und Verbandsliga einen regen Spielwillen: vier von fünf Wettkämpfen wurden ausgetragen. Die arg gerupften Tostedter traten mit sechs Aktiven an, alle anderen Teams konnten die Bretter vollständig besetzen.
Das dürfte den Verband zufrieden stimmen, denn ein Desaster wie im Schachbund NRW blieb aus. Dort lag die Ausfallquote in Runde 8 knapp über 50%, in Runde 9 waren es dann heftige 70%. Anders formuliert: 21 von 30 Wettkämpfen fielen aus.

Update:

In einem Punkt machten es die Schachfreund aus Nordrhein-Westfalen aber anders. Und zwar bei der Wertung kampfloser Wettkämpfe. In NRW wäre es nämlich nicht zwingend zu einem 8:0 gekommen, wenn beide Vereine wenig motiviert gewesen wären. Es hätte keine Rolle gespielt, wer   früher absagt als der andere.
„Da hat die Staffelleitung die Zu- und Absagen gesammelt und diese dann zu einem als Deadline bekanntgegebenen Termin veröffentlicht. So konnte niemand einen Vorteil ziehen, sofern der andere Verein nicht bereits angesprochen wurde“, erklärte Stefan Ewert das Vorgehen unseres Nachbarverbandes. Deshalb gab es in zwei Fällen ein 0-0. Auf den ersten Blick scheint dies fairer zu sein als das niedersächsische Verfahren. Inwieweit dies Auf- und Abstiegsregelungen beeinflusst, habe ich allerdings nicht geprüft (Ende Update).

Sportlich eine klare Sache

Der SK Kirchweyhe und der HSK Lister Turm spielen in einer anderen Liga. Daran hat sich auch heute nichts geändert. Tabellenführer Kirchweyhe deklassierte den Delmenhorster SK, der allerdings nur mit vier Stammkräften angetreten war, mit 7½-½. Nur Bernd Korsus konnte ein Remis gegen GM Kovacevic erstreiten.
Ähnlich erging es dem MTV Tostedt. Der konnte aber nur noch die Bretter 7 und 8 aufbieten und trat mit einer B-Elf (eigentlich „B-Acht“) an.  Die letzten vier Bretter verloren, vorne waren zwei Bretter nicht besetzt. Nur Wilfried Härig durfte sich über einen Sieg gegen IM Walter freuen. Der Endstand ist recht eindeutig, auch weil der Gastgeber seinerseits fünf Nachrücker aufbieten musste. Allerdings waren drei davon Titelträger …

Die Schachfreunde Hannover konnten ihre Situation nicht verbessern. Gegen NOH-Blanke gab es eine 2½-5½-Niederlage. Hannover ist mit einem Punkt weiterhin Letzter und hofft, morgen etwas aus Tostedt mitzunehmen.
Erstaunlich war die Heimniederlage des Hamelner SV, der immerhin fünf Stammkräfte aufbieten konnte. Sechsmal wurde remisiert, aber an Brett 7 und 8 gewannen die Spieler des SK Lehrte. Der präsentiert sich also weiterhin als starker Aufsteiger. Hut ab!

Quelle: Deutscher Schachbund

Neue Termine – neue Saison?

„Der Niedersächsische Schachverband hat mit den anderen beteiligten Landesverbänden beschlossen die Oberligen zum 10. Oktober 2021 in die neue Saison 2021/22 starten zu lassen.“
So steht es auf der Seite des NSV. Die Ausschreibung finden alle Interessierten hier. Nun aber die Termine, die auch für die Landes- und Verbandsligen gelten:

  • 1. Runde 10.10.2021
  • 2. Runde 21.11.2021
  • 3. Runde 12.12.2021
  • 4. Runde 16.01.2022
  • 5. Runde 06.02.2022
  • 6. Runde 06.03.2022
  • 7. Runde 20.03.2022
  • 8. Runde 08.05.2022
  • 9. Runde 22.05.2022

Schaut man sich die in den einzelnen Ligen gemeldeten Mannschaften an, gewinnt man nicht den Eindruck, dass das große Vereinssterben begonnen hat. Die meisten Vereine haben sich für eine neue Spielzeit angemeldet.

Ob es die geben wird, steht in Corona-Zeiten natürlich nicht fest. Es wird ein Wettlauf zwischen Impfkampagne und Delta. Und dabei geht es nicht nur um die mittlerweile von vielen Virologen erwartete Vierte Welle, sondern auch um das Phänomen der Durchbruchsinfektionen. Die gibt es bei vielen Krankheiten, auch bakteriellen: man hat sich mit tauglichen Medikamenten gegen eine Krankheit geschützt – und kriegt sie doch! Das bedeutet, dass man auch als Vollgeimpfter die Masken nicht so schnell im Müll entsorgen sollte…

Die nächsten Wochen werden uns mit hoffentlich aussagekräftigen Studien mehr Klarheit geben. Aber es ist zu vermuten, dass so mancher hochrangige Politiker schon vorher wahlkampfrunken zu kurz gesprungen ist. Alles öffnen und alle Maßnahmen beenden, wenn alle ein Impfangebot erhalten haben, ist starker Tobak.
Und dabei geht es nicht nur um die Kinder und Jugendlichen, sondern auch um die Immumsupprimierten: Im Jahr 2018 wurden deutschlandweit insgesamt rund 199,3 Millionen definierte Tagesdosen an Immunsuppressiva verabreicht. 1996 waren es 17,5 Mio – die Kurve geht also steil nach oben. Es soll eine Mio. Patienten geben, die – wie heißt es so schön – vulnerabel sind. Allein das deutet an, dass wir die AHA plus plus-Regeln nicht so schnell loswerden.
Und das heißt für die Schachvereine: möglichst gute Hygienkonzepte entwickeln. Das beste Konzept, das mir aktuell vorliegt, stammt von den Machern der Niedersächsischen Schachjugend. Hier bitte nachlesen. Aus meiner Sicht perfekt und völlig situationsangemessen. Das sollten sich auch die Schachvereine für den Fall der Fälle sehr genau anschauen. Hoffen wir also das Beste!