Im diesjährigen Staufer Open dürfte es nicht leicht werden, zu Punkten zu kommen. Zumindest in der A-Gruppe. Oberliga-Spieler wie Jörg Stock sind nicht in den ersten 100 der Start-/Rangliste. Holger Lehmann und Martin Hart findet man, wenn man Platz 150 ansteuert. 316 Teilnehmer sind am Start, 186 haben eine ELO >2000. Ein Zuckerschlecken wird das nicht.
Anmerkung
Leider gibt es seit einigen Wochen technische Probleme mit dem PGN-Replayer, der es ermöglicht, dass man Partien direkt im Bericht nachspielen kann. Auch Links, die die Partien in einem anderen Browser-Tab anzeigen, funktionieren nicht. Dies sind Funktionen der ChessBase-Programme – egal, ob man ChessBase 16 oder das neue ChessBase ’26 verwendet.
Aus diesem Grund empfiehlt die Redaktion die Nutzung des Edge-Browsers von Microsoft. Dort scheint es zu klappen. Auf ein Fehlerprotokoll unserer Redaktion hat das Service-Team von ChessBase bislang nicht geantwortet. Der Funktionsfehler ist deshalb so ärgerlich, weil er auch ältere Beiträge erfasst hat. Ob dies mit verschärften Sicherheits-Einstellungen der Browser zu tun hat oder ein spezifischer Programmfehler ist, konnte bislang nicht geklärt werden. Der folgende Beitrag wurde mit Edge erstellt.
Gruppe A
Holger Lehmann nach drei Runden ungeschlagen
Die Favoriten spielen dabei in einer eigenen Liga. Es sind GM Li Men Peng (ELO 2560), GM Vitaly Sivuk (2513) und Christopher Noe (2512). Es folgt ein breites Verfolgerfeld mit > 2400, darunter der 14-jährige Hussain Besou, den Jörg Stock vor vier Jahren beim 3. Bamberg Open mit Mühe und Not besiegen konnte. Besou wird in Nürnberg noch als IM geführt, hat unlängst aber im spanischen Benidorm die dritte Norm für den IM-Titel. Im Staufer Open läuft es dagegen nicht so gut für das Talent.
Dafür aber für Holger Lehmann. In der Oberliga etwas glücklos, zeigte Holger in Nürnberg sein anderes Gesicht. Gegen einen Schnitt von 2251 erzielte er drei Remise, was in der Währung namens ELO eine Rendite von +14 einbrachte.
Jörg Stock hatte es nicht leicht. Ein Punkt sprang heraus, gegen die FM Hasanov (FT Schierstein) und Oberdorfer (SC Bavaria Regensburg) gab es leider Niederlagen.
Kommen wir zu Locke. Der zeigte per WhatsApp, dass Humor auch in schlechten Zeiten helfen kann:
So schlimm war es dann doch nicht. Aber es fehlte das Glück.
Auch in der zweiten Runde wurde Locke vom Pech verfolgt. Hinzukam, dass sein Gegner in kritischer Stellung plötzlich richtig gute Züge fand. Dass man dann aber mitten im Angriff von einem einlaufenden Freibauern gekillt wird, ist bitter.
Es folgte ein unspektakuläres Remis. Also nur 0,5 P nach drei Runden.

Nun etwas Erfreulicheres. Christian Fiekers, unser alter Mitstreiter und mehrfacher Vereinsmeister des SV Hellern, spielt (endlich) wieder ein Turnier. Nach siebenjähriger Pause laut DSB-DWZ-Liste. Der Start war mit 1½ P (2) erfreulich. In Runde 3 gab es aber eine Niederlage gegen FM Klaska. Und der spielt (an Nr. 17 gemeldet) für den Düsseldorfer SK in der Bundesliga. Dort wurde er in allen Spielen eingesetzt und holte 50%. Also 50% für Christian nach langer Pause. Die sind o.k. in diesem Turnier.
Und was machen „die da oben“? Die Favoriten haben standesgemäß 100% – aber sie sind nicht allein. Abgestürzt ist der an 7 gesetzte GM Oleg Korneev (SV Werder Bremen), der aktuell 39. ist. Noch schlimmer hat es GM Petr Velicka erwischt, der mit Platz 97 kaum zufrieden sein wird. Und der frischgebackene IM Hussain Besou ist mit einem Punkt gar nur auf Platz 235. Dort ist Jörg Stock sein Nachbar. Würde mich nicht wundern, wenn die beiden sich noch einmal gegenübersitzen!
That’s Staufer Open! Alles ist möglich, nichts ist gewiss.
B-Gruppe

„Stefan rockt die B-Gruppe“, schrieb Locke. Was war passiert? Tatsächlich hatte es der an 131 gesetzte Stefan Grasser geschafft, alle drei Auftaktpartien zu gewinnen. Chapeau! Das haben allerdings auch zehn weitere Spieler geschafft. Nach der dritten Runde ist Stefan aber nach Feinwertung geteilter Erste in der Tabelle. Weiter so, Stefan!
Überhaupt können wir mit unseren B-Gruppen-Teilnehmern sehr zufrieden sein. Auf Platz 13 folgt bereits Joachim Rein mit 2,5 P. Die kann auch der an 4 gesetzte Franz Ernst vorweisen. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass er mit einer etwas geringeren Feinwertung „nur“ auf Platz 38 zu finden ist. Beide können noch das Turnier gewinnen.
289 Spieler sind am Start, das Mittelfeld ist eng zusammengerückt und jedes Remis kann dazu führen, dass ein Spieler sich plötzlich 30-40 Plätze tiefer in der Tabelle findet. Spannung ist in Gruppe B ein Dauerzustand. Besonders dann, wenn die Gegner sich hartnäckig wehren. Wie das konkret aussehen kann, demonstrierte ein 11-jähriges Nachwuchstalent des Heilbronner SV in seiner Partie gegen Franz Ernst.
Mit von der Partie ist auch unser ehemaliger Webmaster und Mitstreiter Dr. Thorsten Weist, der sich mit 2 P (3) im oberen Viertel der Tabelle niedergelassen hat. Prognose: vermutlich wird es noch 2-3 Runden dauern, bis sich die Tabelle aufgefächert hat. Und dann werden wir sehen, wer die B-Gruppe rockt.
Fotos: © Hellern-Archiv

