75. Osnabrücker Stadtmeisterschaft

Erneut wird ein Turnier mit Tradition im 5-Runden-Format ausgetragen: die Osnabrücker Stadtmeisterschaft. Eigentlich verdient sie eine Jubiläumsfeier, denn sie ist die Nr. 75 in einer langen Reihe von Turnieren im mittelalterlichen Barenturm. Turnierleiter Niels Dettmer (SV Hellern) kommentiert in den folgenden Beiträgen Highlights und Pannen und natürlich den finalen Kampf um den Siegerpokal.

Fast konstante Teilnehmerzahl

Für Turnierleiter Niels Dettmer war der Vergleich mit dem Vorjahrturnier nicht ganz unwichtig, denn das Ziel war und ist, ein Format mit überregionaler Bedeutung zu entwickeln.

„Im Vergleich zum Vorjahr fanden sich etwas weniger Teilnehmer im Barentum ein: 46 anstatt 50- also fast konstant. War im 2025 die Spitzengruppe etwas attraktiver, so ist sie diesmal etwas kleiner, aber in der Breite (nach ELO) ist das Teilnehmerfeld etwas stärker besetzt. Mit von der der Partie: der an 9 gesetzte Vorjahressieger Tom Möller vom Hagener SV. Topfavorit dürfte FM Tobias Vöge sein, der sich vor einem Jahr mit vier Punkten den ersten Platz mit drei Spielern teilte.

Ist das Turnier nun überregional attraktiv? Ja, die Teilnehmer kommen aus ganz Deutschland. Die weiteste Anreise dürfte ein Schachfreund aus Leipzig gehabt haben. Regional dominieren die Spieler der Osnabrücker Schachvereins und des Hagener SV, die mit zweistelliger Zahl anrückten. Die anderen Osnabrücker Vereine blieben mit zwei Ausnahmen zuhause. Und auch die Spieler von Nordhorn-Blanke wurden vermisst. Vielleicht im nächsten Jahr…“

Besonders freute sich Niels über die erste Runde. Sie war gespickt mit Highlights.

„Und der Turnierstart? Es wurde am Ende bis 5 Minuten vor Mitternacht gekämpft, aber jede Partie wurde durch einen Sieg entschieden. Zwei Spieler an den ersten 8 Brettern konnten aber erst durch langen zähen Kampf ihre Partien gewinnen. An Brett 6 benötigte Edward Bundan 39 Züge und an Brett 3 fightete Altmeister Norbert Lange, der im Mittelspiel auf Verlust stand, sich aber in die Partie zurückkämpfte und nach 37 Züge gewann. Glück gehabt. Eine große Überraschung war für mich der Sieg des 57 jährigen Witold Komor gegen den Sieger der U14-BJEM-Blitzmeisterschaft Vykintas Janulis. Für SF Komor war es die erste Turnierpartie mit Zugnotation in einem Schachturnier!

Die längste Partie des Tages spielte Daniel Tietje gegen Luca Czubek. Luca kämpfte bravourös und konnte die Partie im Übergang zum Endspiel ausgleichen. Im weiteren Verlauf des Endspiels machte er einen strategischen Fehler und SF Tietje hatte zwei offene Linien in der h- und f-Linie, über die er einen Mattangriff auf den schwarzen König startete und dadurch die Partie gewann.“

So war es kein Wunder, dass der Bericht über die erste Runde einem besonderen Thema folgte.

Runde 1: Das Kippen von Gewinnpartien

Ein schön-schreckliches Beispiel für das Thema der Runde 1 ist eine Partie, die den Turnierleiter besonders beeindruckt hatte.

 

Vogel – Lange = 0-1

Die Partie zwischen Lukas Vogel und dem Hollager Altmeister Norbert Lange hat auch mich begeistert. Das Nachwuchstalent setzte seinen erfahrenen Gegner nicht nur unter Druck, nein, er nahm die schwarze Stellung nach allen Regeln der Kunst auseinander. Ein bildschönes positionelles Opfer war dann The Creme on the coffee.  Es kam aber, was nicht kommen durfte: Damentausch. Die Partie kippte und SF Lange fuhr routiniert einen vollen Punkt ein.

Dass man Gewinnstellungen auch gewinnen kann, zeigte Tom Spierenburg (SV Hellern). Aber auch hier ging es nicht ohne kippende Partie…Originell!

Oben setzten sich die meisten der top gesetzten Spieler durch. Natürlich auch FM Vöge. Spannender wurde es in der Doppelrunde, über die wir zeitnah berichten werden.

Fotos: Dettmer © 2026