Bezirksliga: 3. Mannschaft erobert die Tabellenführung

Nach unserem, etwas unglücklichen, Unentschieden in der letzten Runde gegen Meppen mussten wir am sechsten Spieltag zum ewig jungen Duell gegen die vierte Mannschaft von Blanke nach Nordhorn. In der letzten Saison mussten wir unsere Meisterschaftshoffnungen nach einer unglücklichen 3,5 zu 4,5 Niederlage begraben und gingen dementsprechend motiviert diesen Mannschaftskampf an.
Ein Gastbeitrag von Michael Benning.

Erwartet wurde ein enger Mannschaftskampf

Michael Benning

Leider musste Joe Santos krankheitsbedingt absagen und wurde durch den, eigentlich spielfreien, Mannschaftsführer Stefan Grasser ersetzt. Die 4. Mannschaft von Nordhorn hatte bislang in dieser Saison erst drei Mannschaftspunkte geholt und steckt aktuell im Tabellenkeller fest. Auch gegen uns mussten die Nordhorner auf einige Stammspieler verzichten, trotzdem erwarteten wir einen engen Mannschaftskampf. Dabei kam es an den Brettern 2 (Kleine – Sudendorf) und 3 (Benning – Stinn) zu den identischen Paarungen wie in der letzten Saison, nur mit vertauschten Farben.

Quelle: Schachbezirk Osnabrück – Emsland

Bei meinem ersten Rundgang nach gut einer Stunde hatte ich bereits ein ganz gutes Gefühl bei Tom Spierenburg an Brett 5. Toms Gegner hatte einen Bauern auf b2 mit der Dame genommen, die seine einzige entwickelte Figur darstellte, während Toms Läufer schon bedrohlich in die gegnerische Stellung schauten.
Martin „Locke“ Hart an Brett 1 war in bekannten Strukturen gegen Lars ter Stal angekommen und hatte Raumvorteil. Jürgen Grosser stand an Brett 4 nach meiner Einschätzung etwas gedrückt und es war noch nicht klar, wie er den weißfeldrigen Läufer entwickeln sollte. Andererseits hatte er eine sehr feste Stellung, die sicherlich nicht einfach zu erstürmen wäre. Andre Böhme  an Brett 8 hatte nach vier Zügen bereits 45 Minuten Zeitvorteil, was nach hinten heraus sicherlich einen Vorteil darstellte.

An Bett 2 erfolgte kurze Zeit später bei Dominik Suendorf, der die Partie leider gesundheitlich angeschlagen antreten musste, das erste Remis. Dominik hatte den Anzugsvorteil schnell ausgeglichen und die Partie danach schnell vereinfacht, was in eben in dieses Remis mündete.

Kurze Zeit später erfolgte dann auch unser erster voller Punkt bei Tom, der den gegnerischen König in der Brettmitte halten konnte und nach Öffnung der Stellung auch locker erlegen konnte. Ganz starke Leistung!

Knappe Führung nach 90 Minuten

Nach gut 90 Minuten stand es somit 1½:½ für uns.  Bei Stefan war an Brett 7 mittlerweile eine Stellung mit heterogenen Rochaden entstanden, was beiden Seiten Angriffsmöglichkeiten geben sollte. Hier sah ich Stefans Aussichten aufgrund der Figurenkonstellation und der schon etwas geschwächten Rochadestellung seines Gegners als besser an.

Andre an Brett 8 verwaltete dafür eine, meiner Meinung nach, schlechtere Stellung, hatte aber über eine Stunde Zeitvorteil und seine Gegnerin für 25 Züge noch ca. 5 Minuten. Niels Dettmer und sein Gegner Klaus-Dieter Revermann an Brett 6 hatten eine spannungsgeladene Stellung aufs Brett gebracht, die ich nicht einzuschätzen vermochte.
Ich selbst hatte nach der Eröffnungsphase eine angenehme Stellung mit Weiß erreicht und suchte nach Angriffsmöglichkeiten auf den gegnerischen König.

Nach gut 2,5 Stunden hatte Andre dann gewonnen, da seine Gegnerin, die bis dahin eine sehr starke Leistung gebracht hatte, in Zeitnot einen Turm hergeben musste. Etwas später nahm dann Jürgen das Remisgebot seines Gegners an und wir gingen entspannt mit 3:1 in die dritte Spielstunde. Insbesondere an den Brett 1 und 7 standen wir zu diesem Zeitpunkt schon deutlich besser und konnten auf den Mannschaftssieg hoffen.

Kurze Zeit später konnte Locke dann einen Fehler seines Gegners ausnutzen und entscheidendes Material gewinnen. Stefan machte daraufhin fast direkt ein Remisangebot, was sein Gegner angesichts seiner Stellung auch nicht ablehnen konnte. Somit war der Mannschaftskampf nach etwas mehr als 3,5 Stunden entschieden und es ging nur noch um die Höhe unseres Erfolgs.

Niels Dettmer

Niels‘ Gegner hatte bis dato eine sehr gute Leistung abgeliefert und sich vielleicht sogar etwas Vorteil erspielen können. Er übersah dann aber ein entscheidendes Schach, was ihn die Dame und somit die Partie kostete. Niels holte damit seinen fünften Sieg in dieser Saison (Performance: 2022) und ist aktuell mit 5,5/6 P Topscorer der Bezirksliga.

Ich selbst hatte meine Stellung in ein leicht besseres Endspiel mit Mehrbauern transformiert, allerdings mit ungleichfarbigen Läufern. Laut Engine war dies eigentlich Remis. Die dafür nötigen Züge am Brett (unter früher Aufgabe eines weiteren Bauern) zu finden, war für das menschliche Verständnis alles andere als leicht. Trotzdem konnte ich nach 4,5 Stunden den Glückwunsch meines Gegners entgegennehmen und wir konnten uns über einen etwas zu hohen 6½-1½-Sieg freuen.

Quelle: Schachbezirk Osnabrück – Emsland

Durch unseren Sieg und der zeitgleichen Niederlage der zweiten Mannschaft der SG Osnabrück konnten wir vorübergehend die Tabellenführung übernehmen. am 28. Februar kommt es dann in Hellern zum absoluten Spitzenduell gegen die punktgleiche Mannschaft aus Veldhausen, die noch ein Nachholspiel absolvieren müssen.  Zeitgleich empfängt unsere 4. Mannschaft dann unseren heutigen Gegner zum Kellerduell. Es wird im Februar also sehr spannend in Hellern.

Michael Benning

Fotos: Hellern-Archiv 2026