Ohne den Capitano Joachim Rein und Franz Ernst, die beide für die erste Mannschaft antraten, sowie ohne Manuel Kamps trafen wir am siebten Spieltag der Verbandsliga auf den SF Spelle. Da Spelle vor dem Spieltag auf einem Abstiegsplatz stand, traten die Spelleraner um unseren ehemaligen Spieler Patrick Meyjohann mit voller Kapelle an. Damit sah es nach einem schweren Wettkampf aus. Ein Bericht von Stephan Niendieker.
Gewinnstellungen wurden nicht gewonnen
Als Ersatzspieler traten für uns der Berichterstatter, Stefan Grasser und Klaus Lapehn an. Eigentlich verlief der Wettkampf nicht schlecht für uns. Nach der Eröffnung hatten wir keine wirklich bedrohlichen Stellungen auf dem Brett und einige unserer Bretter ließen mich optimistisch auf den Wettkampf blicken.

An Brett 1 spielte Hajo Bade gegen unseren sehr sympathischen Ex-Spieler Patrick Meyjohann, der eine sehr gute Saison spielt. Aber auch Hajo überzeugte bislang mit sehr starke Partien.
Patrick erzeugte viel Druck auf die schwarze Stellung von Hajo und sehr genaues Spiel war gefragt. Da ich kaum Kenntnisse in der gespielten Variante habe, gehe ich davon aus, dass beide tiefe Theoriekenntnisse mit ans Brett brachten. Hajo verteidigte die Stellung aber sehr umsichtig, übersah aber zweimal eine Gewinnstellung. So endete die Partie letztendlich mit einem leistungsgerechten Remis.

An Brett 2 wollte Ramin seinen deutlich DWZ überlegenen Gegner ärgern und brachte eine sehr aggressive Variante aufs Brett. Siegfried Löcken fand Gegenspiel und holte sich einen Bauern. Wie so oft kostet dies aber auch Zeit und Ramin konnte seine Angriffsstellung weiter ausbauen. Es entstand für Ramin eine vorteilhafte Stellung.
Aber alles war schwierig zu sehen und zu berechnen. Kurz vor dem Partieende hatte Ramin aber mittels eines Turmopfers ein Dauerschach auf dem Brett. Er übersah aber einen wichtigen Zug und spielte daher nicht dieses Variante. Das Ergebnis war dann leider eine Verluststellung. Diese nutzte sein erfahrener Gegner zum vollen Punkt aus. Schade, hier war der halbe Punkt mindestens verdient.

An Brett 3 traf Wolfgang Andre auf Christophorus Scholz. Hierbei setzte der Spelleraner Wolfgang mit einer scharfen Variante unter Druck. Mit dem „Jobava London System“ wollte der Spelleraner einen ganzen Punkt erzielen. Wolfgang hatte sich jedoch in der Vergangenheit häufiger mit dieser Eröffnung auseinandergesetzt und kannte daher die Feinheiten. Eine von beiden Seiten mit viel Wissen gefüllte Partie endete damit schlussendlich Remis.

Richtig starkes Schach spielt in dieser Saison Harry Szobries. Mit seiner positionell eindrucksvollen Partie und dem Sieg gegen den ebenfalls sehr starken Stefan Giese steigerte Harry sein Punktekonto auf 5,5 Punkte aus 7 Partien bei einer DWZ-Leistung von 2076! Mit den weißen Steinen spielte Harry wie immer druckvoll aus der Eröffnung heraus. Das Ergebnis war ein technisch blitzsauber nach Hause gespieltes Turmendspiel.
Zwar kannte sich sein Gegner Stefan mit den Feinheiten des schwarzen Aufbaus sehr gut aus, aber den Druck, den Harry aufbaute, konnte Stefan nie ganz abschütteln. Hervorragende Leistung unseres Harry.

An Brett 5 hatten wir Glück. Der Spelleraner Christian Haumer stand besser gegen Peter Kovermann. Eigentlich hatten wir im entstandenen Schwerfigurenendspiel kaum Hoffnung für Peter, aber Peter spielt eben auch eine starke Saison und eine große Unachtsamkeit seines Gegners schenkte uns dann einen vollen Punkt.

Möglicherweise glich die Partie des Berichterstatters diesen Punkt wieder aus, denn im Mittelspiel gelang es mir ziemlichen Druck auf die schwarze Stellung auszuüben und auch eine vorteilhafte Stellung zu erspielen, die ich mit einer ebenfalls groben Unachtsamkeit wieder aufgab und einfach eine Qualität einstellte. Nun kamen einige weitere Ungenauigkeiten hinzu, denn nach dem Verlust spielte sich die schwarze Stellung auch wieder einfacher. Mit sehr guten Zügen verdichtete sich der Vorteil der schwarzen Steine und Spelle verzeichnete einen weiteren vollen Punkt. Letztendlich haben wir hier aber auch sicherlich leichtfertig einen möglichen Punkt verspielt.
An Brett 7 hatte Stefan Grasser ein schweres Los getroffen. Mit den schwarzen Steinen musste Stefan gegen Stefan Kewe antreten, der diese Saison ein Leistungsträger in Spelle ist. Stefan geriet in eine schwierige Stellung, die er auf Dauer nicht halten konnte. Mit geschicktem Übergang in ein gewonnenes Endspiel entschied Stefan Kewe die Partie für sich.
An Brett 8 bekam es Klaus Lapehn mit einem großen Nachwuchstalent zu tun. Alexander Subenko macht derzeit gewaltige Leistungssprünge und ging als Favorit in die Partie. Aber Klaus nahm die Herausforderung an und spielte starkes Schach. Er erhielt eine Stellung mit besserer Bauernstellung und aktiven Optionen. Zwar suchte Alexander aktiv nach Gegenspiel, aber Klaus fand immer eine passende Antwort. Die Endstellung gab vermutlich mehr her als ein Remis – mehr als ein halber Punkt wäre also möglich gewesen.

Keine Sicherheit vor dem Abstieg bieten derzeit der vierte Tabellenplatz und 7 Mannschaftspunkte. Weiter geht es am 12.04 mit einem Auswärtsspiel beim Topteam des OSV 2. Aufsteigen wird wohl Lingen um GM Lev Gutman, da der Abstieg der ersten Mannschaft des OSV in die Landesliga derzeit wahrscheinlich erscheint.
Fotos: © Thal 2026
