Achsenbruch und weit und breit kein Servicemechaniker in Sicht! So müssen sich die fünf Helleraner gefühlt haben, als sie die Reise nach Lehrte antraten. Nur drei gehörten zum Stamm der Ersten. Und beinahe hätte das Rumpfteam etwas geholt. Aber auch die 3-5-Niederlage fühlte sich wie ein Sieg an. Zwei Partien konnte man sogar als grandios bezeichnen. Und das Mini-Match der Anwesenden gewann Hellern. Die Redaktion gratuliert!
Katastrophenflut der Absagen
Mannschaftsführer Jürgen Grosser rieb sich die Augen, aber alle Absagen hatten Gründe: Berufliche Verpflichtungen gibt es auch am Sonntag, familiäre auch, und einige Last-Minute-Erkrankungen (weiß Gott kein Schnupfen) waren so ernst und lästig, dass plötzlich die halbe Stammmannschaft fehlte.
Aber Zusammenhalt und Loyalität siegten über Eigeninteressen. Obwohl die Zweite in der Verbandsliga West gerne ihr Heimspiel gegen die SF Spelle gewonnen hätte, stellten sie zwei ihrer besten Spieler ab, um wenigstens einige Lücken zu schließen. That’s Hellern. Man zieht an einem Strang.
Schachlich war das Match der Wenigen, die nach der Katastrophenflut übrig geblieben waren, ein spannender Schachevent.

Fassen wir zusammen: an Brett war Dr. Ingo Gronde (Foto) wieder in Topform, die Niederlage aus Runde 7 hat er gut weggesteckt. Dass Ingo in Bestform ein (zu) harter Brocken ist, musste dann der Lehrter Spitzenspieler FM Stemaszyk erfahren. Weitgehend ohne eigenes Gegenspiel des Lehrters war die Partie bereits im 20. Zug entschieden. Wenig später gab Schwarz auf.
Jens Güting hätte an Brett 4 gerne auf Sieg gespielt, aber sein Gegner agierte positionell eher verhalten und ließ nichts anbrennen. Also Remis.
Unser frisch gebackener Abteilungsleiter Holger Lehmann stand durchgehend besser, dann sogar auf Gewinn. Aber es fehlte das Glück, als ein einziger Zug für eine ausgeglichene Stellung sorgte. Schade.
Das Gleiche erfuhr Franz Ernst, der gegen einen nominell deutlich stärkeren Gegner mehr als nur mithalten konnte. Leider übersah Franz eine triviale Taktik, was ihm als versiertem Taktiker ansonsten kaum passiert. Auch hier: Schade!
Bravourös war dann Joachims Sieg gegen Marvin Kieselbach. An sich führt Joachim (Foto) eine feine Klinge. Diesmal ging er mit dem Hammer zu Werke. An sich sollte man martialische Metaphern beim Denksport vermeiden. Aber für die heimischen Fans unseres mehrfachen Pokalsiegers dürfte der Rochadeangriff purer Spaß sein. Schön zu sehen, was man leisten kann, wenn die Not am größten ist!
Tabellen und Ausblick
Hellern 1 hat einen Platz in der oberen Tabellenhälfte endgültig verpasst. Am 12. April kann gegen Bremen III kann Platz 6 verteidigt werden. Höhepunkt der letzten Runde ist das Treffen der Giganten Delmenhorst gegen NOH-Blanke! Verfolger Lister Turm II ist bei einem knappen Sieg der Delmenhorsters zumindest rechnerisch nicht aus dem Rennen

