In der Oberliga erlitt (das ist das passende Wort) Hellern 1 die dritte fette Klatsche der Saison. Das 1-7 gegen den HSK Lister Turm II war in der Höhe etwa krass, aber mehr als 2½ Punkte waren nicht zu erwarten. Aber es kam schlimmer. Dagegen spielten Hellern 2 und Hellern 3 groß auf. Grund genug, um einen Bericht über alle Events zu schreiben – und damit über ein Wochenende zwischen Jubel und totaler Ernüchterung. Und das tun Otto, Franz und Stephan.
Im Wechselbad der Gefühle
Die Dritte festigte Platz 1 in der Bezirksliga, die Zweite gewann in der Verbandsliga mit sieben Aktiven beim starken SK Jever, während die Vierte den Abstieg wohl endgültig besiegelte. Und die Erste?
Klatsche in der Oberliga
von Otto
Ausreden kann man sich ersparen. Gleichwohl muss darauf hingewiesen werden, dass mit Hannes Ewert der Top-Scorer fehlte. Fast immer, wenn der FM spielte, punktete die Erste und holte dabei sieben Punkte. Nur in Delmenhorst reichte dies nicht. Einen Zufall kann der Berichterstatter nicht erkennen. Etwas anderes schon: Hannes ist nicht zu ersetzen.
So gab es in seiner Abwesenheit beim Heimspiel gegen den leicht ersatzgeschwächten Lister Turm nur ein Highlight: das tolle Catering des Mannschaftsführers Jürgen Grosser, der immer wieder nachlegte. Sonst hätten die Kiebitze den Spielern der Ersten alles weggefuttert.
Zur sportlichen Bilanz: oberliga-kompatibel spielten nur FM Dr. Ingo Gronde, Jens Güting, Jörg Stock und Wolfgang Andre. Das brachte einen Punkt ein, denn Ingo fand gegen einen hoffnungslos überspielten Gegner den Killing Move nicht.
Ein Sieg gelang auch Wolfgang nicht. Dessen Partie war irgendwann klar gewonnen, endete aber mit einer Niederlage, obwohl nach über 80 Zügen im Turmendspiel eine technische Remis-Stellung auf dem Brett stand! Was war passiert? Keiner wusste es. In der Diagrammstellung erfolgt Kf1 und der schwarze König darf den Regenschirm nicht verlassen – es hagelt dann Schachs aus allen Rohren!
Alle anderen waren mehr oder weniger chancenlos. Alexander Hoffmann haderte mit seiner Spielweise, aber nicht grundlos. Denn nach einer etwas riskanten Eröffnung stand er nach zehn Zügen gegen FM Tobias Vöge hoffnungslos auf Verlust (Diagramm).

Bereits seine dritte Niederlage. Dr. Christian Boettcher erreichte nach anfänglichen Problemen wenigstens eine ausgeglichene Stellung, was aber nicht von Dauer war. Holger Lehmann testete dagegen eine aggressive Variante, mit der bereits Taktikmonster wie GM Velimirovic gescheitert waren. Und Reinhold Happe wählte eine veraltete Variante des Damengambits. Das Ergebnis: Aufgabe nach 23. Zügen. Es war ein Desaster. Die Gäste spielten gut vorbereitet und konzentriert. Sie waren besser. Punkt.


Laut LigaOrakel liegt die Abstiegsgefahr des SC Braunschweig bei 97,8%. Nach dem Abstieg des Lister Turm I wird die Zweite in die Landesliga versetzt. Oder aufgelöst. Die Gerüchteküche brodelt.
Verbandsliga: Unerwarteter Auswärtssieg in Jever
von Franz
Ein erfreulicher Auftakt in den März gelang der zweiten Mannschaft am 01.03.2026 in Jever. Dabei war die Ausgangslage alles andere als optimal. Da Hannes krankheitsbedingt nicht in der Oberliga spielen konnte, sprang Wolfgang Andre für ihn ein. Und da die Dritte durch ihren Sieg am Samstag noch aufsteigen kann, rückte außer dem bereits nominierten Stefan Grasser niemand mehr nach. Hajo Bade und Manuel Kamps standen aus privaten Gründen nicht zur Verfügung, sodass Capitano Rein mit nur fünf weiteren Schachrecken den weiten Weg nach Jever antrat. Harry Szobries reiste direkt aus dem benachbarten Wilhelmshaven an. Ohne erstes Brett traten also die „Glorreichen Sieben“ an.
Ein erster Rundgang zeigte, dass alle recht zufriedenstellend aus ihren Eröffnungen herausgekommen waren. Nach ca. zwei Stunden kam es zu den ersten Entscheidungen. Joachims Gegner bot in unklarer Stellung remis an, was Joachim intensiv prüfte und dann annahm, da er mögliche und eher ungünstige Verwicklungen erkannte. Ähnlich war es kurz darauf bei Stefan Grasser, der optisch gut aus der Eröffnung herausgekommen war, in inzwischen zumindest ausgeglichener Stellung dann aber ein Remisangebot seines Gegners erhielt. Zwischenstand 1:2.
Peter Kovermann erhielt sogar zwei Remisangebote seines Gegenübers, entschied sich aber, trotz Zeitnachteils weiterzuspielen, da ihm seine Stellung noch gefiel. Und Ramin bot seinem Gegner ein Remis an, was dafür spricht, dass ihm seine Stellung eher weniger zusagte.
Den Ausgleich konnte dann ich herstellen. Mein Gegner lief direkt in eine von mir schon zigfach im Blitzen getestete Variante im Londoner System herein, verbrauchte viel Zeit und fand doch nicht die besten Züge. In hoffnungsloser Stellung erfolgte die Aufgabe.
Kurz danach remisierte erst Peter dann doch noch seine Partie, entweder kurz vorher oder direkt danach gewann Harry wieder einmal in souveräner Manier seine Partie die er von Anfang bis Ende dominierte.
Drei Siege und drei Remise aus sechs Partien – Spitze!
Wettkampf gedreht, 3,5:2,5 für uns.
Und zwei Partien liefen ja noch. Tom Spierenburg an Brett acht hatte allerdings etwas unnötig eine Qualität ins Geschäft gesteckt und sah sich zudem einem unangenehmen Freibauern auf der c-Linie gegenüber. Ramin stand gefühlt ebenfalls schwierig, hatte allerdings seine Stellung wieder konsolidiert. Also 4:4 und einen Auswärtspunkt mitnehmen?
Es geschah Unglaubliches. Toms Gegner hatte unbedacht seine Stellung am Königsflügel gelockert und anschließend einen seiner Türme abseits gestellt, wonach Tom mit seinen beiden Springern plus dem verbliebenen Turm den generischen Monarchen unwiderstehlich attackierte und schließlich sehenswert vierzügig mattsetzte – sensationell!
Ein Dank an den sportlichen Gegner, der bis zum Matt weiterspielte und den Zuschauern das wunderschöne Mattbild gönnte.
Und Ramin erhielt allmählich eine unwiderstehliche Initiative und wickelte in ein Turmendspiel ab, in dem er erst einen Bauern und anschließend die Partie gewann. Ramin befindet sich nach seinem starken Turnierergebnis weiterhin im Aufwind. (Anm. d. Red.: Seine ELO hat Ramin in der aktuellen FIDE-Liste auf 1848 hochgeschraubt. Und in der provisorischen Berechnung der DWZ-Zahl liegt er bei +65).
5,5:2,5 Endstand, Auswärtssieg, keine Niederlage, und das zu siebt. Viel besser konnte es wirklich nicht laufen.


Eine bemerkenswerte Tabelle: sieben Mannschaften befinden sich in akuter Abstiegsgefahr – und müssen überwiegend noch gegeneinander spielen. Laut LigaOrakel sind Quakenbrück und Spelle am stärksten gefährdet.
Bezirksliga 2025/26: Doppeltes Heimspiel in Hellern und Sieg im Spitzenspiel
von Stephan
Jeder Heimspieltag in der Bezirksliga bringt diese Saison ein volles Spiellokal, denn unsere dritte und vierte Mannschaft spielen immer parallel zu Hause. Dies führt dazu, dass die Kiebitze weniger Bewegungsfreiheit genießen, dafür aber 16 Partien gleichzeitig bestaunen und analysieren zu können. Zudem stand das Spitzenduell zwischen dem Ersten und Zweiten der Tabelle statt.
Hellern 4 – Nordhorn-Blanke 4
Fangen wir aber mit dem Spiel unserer vierten Mannschaft statt. Als Aufsteiger in die Saison gestartet konnte unsere Vierte bisher außer Brettpunkten noch keine zählbaren Erfolge sammeln. Gegen die vierte Mannschaft aus Nordhorn hatten wir allerdings an drei Brettern leichte bis deutliche DWZ Vorteile. Auch an den weiteren Brettern war die Unterschiede nicht über Maß groß.
Dennoch sollte es eine deutliche Niederlage geben. Als Zuschauer hatte ich lange Zeit ein anderes Gefühl. Leider wurden Stellungen verloren, bei deren Sichtung ich sehr hoffnungsvoll war.

Als Erstes verloren Martin Rothe und Frank Pfeifer. Bei beiden war eine Niederlage aus meiner Sicht vermeidbar. Martin hatte mit den weißen Steinen eine für ihn typische Angriffsstellung aufs Brett gebracht. Seine Figuren standen aus meiner Sicht harmonischer und Martin ist in diesen Stellungen sehr stark. Das musste ich bereits in diversen Blitzpartien feststellen. Ob es ein Einsteller war, ich weiß es nicht, aber beim nächsten Blick auf das Brett fehlte ein ganzer Turm bei Martin. Die so entstandene Gewinnstellung spielte sein Gegner Mike Kleine mit all seiner Erfahrung souverän zu Ende. Auch das war nicht so einfach, da der schwarze König zunächst noch etwas luftig im Raum stand, aber mit wirklich starken Zügen konsolidierte Martins Gegner die Stellung und es stand 0:1.

Zwischenzeitlich remisierten Jürgen Daum und Klaus Lapehn an den Mittelbrettern 3 und 4. Klaus spielt eine starke Saison und steht derzeit bei einem DWZ-Gewinn von 25 Punkte bei 2,5 Punkten aus 6 Partien. Auch gegen den DWZ Favoriten Tom van Akkeren spielte Klaus präzise und sicher. In der Analyse bestätigte sich dann, dass beide Parteien trotz DWZ- Unterschieden auf Augenhöhe agierten. Jürgen trifft an Brett drei und höher häufig auf starke Gegner. Und Jürgen spielte dabei immer sicher. Ein starkes Eröffnungsrepertoire sowie viele gute taktische Ideen sind hierbei sehr hilfreich. So glich Jürgen mit den schwarzen Steinen gegen das Nordhorner Urgestein Hartmut Stinn schnell aus und erlangte eine minimale Initiative. Letztendlich ein gerechtes Remis, mit dem beide Seiten zufrieden waren.
Die starken Leistungen von Lappi und Jürgen mögen auch mit den wöchentlichen Trainingseinheiten zusammenhängen. Diese organisiert seit einigen Monaten Jürgen und an diesem Spieltag zeigte sich auch, welche taktischen Fortschritte erreicht werden. Dazu später im Bericht mehr…
Leider musste danach Frank Pfeifer die Segel streichen und die Hand zur Aufgabe reichen. Eigentlich hatte Frank nach der Eröffnung eine wirklich ordentliche Stellung erreicht. Gute Entwicklung, die Figuren standen dort, wo sie stehen sollen. Es entstand eine offene Partie, da auch sein Gegner Felix Große Rammelkamp gute Ideen in der Eröffnung hatte und so eine Stellung mit beiderseitigen Chancen auf dem Brett war. Leider hatte nur der Schwarzspieler rochiert und Frank wollte mit den weißen Steinen einen Damenausfall seines Gegners bestrafen. Dabei verlor sein Läufer ein paar Tempi und gleichzeitig konnte Schwarz seine Figurenstellung verbessern. Frank versuchte mit drastischen taktischen Maßnahmen zu reagieren, die sein Gegner aber furchtlos konterte und dann sauber technisch abwickelte.
Damit stand es 1:3.
Leider boten auch die weiteren Stellungen keine Hoffnung auf einen Punktgewinn der Mannschaft. Relativ zeitgleich mussten Stefan Ewert und Alfons Thöle ihre hart umkämpften Stellungen aufgeben. Stefan hatte mit Schwarz eine stabile Stellung erspielt. Allerdings hatte sein Gegner Raumvorteil und die angenehmere Stellung. Mit exaktem Spiel wäre die schwarze Stellung wohl zu halten gewesen. Aber hier setzten sich dann die hohe Spielstärke von Sven ter Stal durch.
Alfons (Foto, links) ging als DWZ Favorit mit den weißen Steinen in die Partie. Allerdings hielt sein Gegner Sebstian Heinsch bereits in der Eröffnung gut dagegen. Die Partie drehte sich immer mehr zu Gunsten von Schwarz und es stand bereits 1:5. Alfons bleibt trotzdem mit 3 Punkten aus 5 Partien Topscorer des Teams und einem DWZ Gewinn von 9 Punkten derzeit. Übrigens gehört auch Alfons zur Donnerstagstrainingsgruppe…
Norbert Schütt kam mit Schwarz nicht über ein Remis hinaus. Dies war meines Erachtens leistungsgerecht, da beide Seiten so ziemlich ohne erkennbare Fehler gutes Schach zeigten.
Hartmut Weist musste lange kämpfen. In passiverer Stellung und mit schwächerem Springer gegen Läufer fand sein Gegner nicht den Durchbruch. Endlich ein hart erkämpfter halber Punkt unseres Mannschaftsführers.
Leider bleibt Hellern 4 damit abgeschlagen Letzter der Tabelle.
Spitzenspiel Hellern 3 – Veldhausen / Uelsen
Sieg im Spitzenspiel der Bezirksliga! Hellern gewinnt mit konzentrierter Leistung in einem engen Wettkampf gegen die erfahrener Veldhausener Truppe, die einen tollen Kampf ablieferte.
Wir gingen als leichter DWZ – Favorit in den Wettkampf. An den Brettern 3 und 7 einigten sich die Kontrahenten relativ zügig auf ein Remis. Michael Benning ging etwas angeschlagen in den Wettkampf und Stefan Grasser hatte mit Schwarz eine ordentliche Stellung erreicht. Somit stand es 1:1.
An den weiteren Brettern war es zu diesem Zeitpunkt schwer eine Prognose zu treffen. Den ersten vollen Punkt sammelten dann auch ziemlich zeitgleich Jürgen Grosser und Tom Spierenburg ein. Jürgens Gegner versuchte mit der Dame Ärger in Jürgens Stellung zu bringen. Allerdings kam diese Dame etwas auf Abwege und auch die weiteren Figuren wirkten nicht mehr so koordiniert. Jürgen fand subtile Drohungen, die sein Gegner so nicht sah und nach einem Figurenverlust erfolgte die Aufgabe. Jürgen erhöhte seine Punktzahl damit auf 5,5 aus 7 Partien und kommt damit derzeit auf ein DWZ-Plus von 32 Punkten.
Ebenfalls 5,5 Punkte aus 7 Partien hat Tom. Das bringt einen DWZ Gewinn von 67 Punkten. Und Toms Partien bringen die Beobachter zum Staunen. Top Eröffnungswissen, Tolle Mittelspielkenntnisse mit richtig starken taktischen Ideen.
Sein erfahrener Gegner Andre Elbert spielte nicht schlecht mit den weißen Steinen. Eigentlich fehlerfrei mag man denken, aber Tom (Foto) kannte die Ideen und die entstandene Stellung sehr genau. Ein taktischer Einschlag, den niemand kommen sah, kannte Tom aus ähnlichen Vorgängerpartien. Die ganze Abwicklung war fantastisch oder brillant. Ein Qualitätsopfer auf e3 führte dann zum Matt. Am nächsten Tag half Tom dann auch noch der zweiten Mannschaft beim überragenden Auswärtssieg in Jever. (Anm. d. Red.: erneut mit einem Matt, diesmal in schlechterer Stellung!)
Top!!!
Dominik Suendorf spielte wieder einmal druckvoll gegen die schwarze Stellung von Peter Schüring. Jedoch spielten beide Seiten wirklich gut und ohne erkennbare Fehler. Dies führte dann zum zwischenzeitlichen 3,5 zu 1,5. Noch war der Wettkampf aber nicht entschieden. Locke stand unter Druck. Andre stand schlechter.
So kam dann auch die Aufgabe von Andre, der zwar eine seiner Lieblingsstellungen auf dem Brett hatte, aber seine Gegnerin Karina Veldhuis war sehr gut vorbereitet und ließ die weißen Angriffsideen nicht zu. Dies bereitete Andre sichtlich Probleme und das Gegenspiel von Schwarz hatte dann Erfolg. Eine von beiden Seiten kenntnisreich vorgetragene Partie. Spannend zugleich für den Zuschauer, der nicht mit der Theorie vertraut ist.
Locke fand dagegen unter Qualitätsopfer zu Gegenspiel. In allerletzter Sekunde (einigen Kiebitzen stand der Schweiß auf der Stirn) überstand Locke auch die schlimmste Zeitnot und aufgrund eines weit vorangetriebenen Freibauern musste sein Gegner Andreas Wenning in die Zugwiederholung einwilligen. Damit stand es 4:2.
Zurück zum Taktiktraining… Niels Dettmer spielte im Wettkampf der Dritten die letzte laufende Partie. Und wild ging es her gegen Olaf Biehl. Drohung, Gegendrohung, Gegengegendrohung … naja und so weiter. Aber halt! Ging da nicht mehr? Ja es ging mehr. Ein sensationelles Matt war auf dem Brett.
(Anm. d. Red.: Partie liegt noch nicht vor)
Das wäre ein schönes Matt gewesen. Tja, und einer sah es innerhalb einer Sekunde. Jürgen Daum, denn die Mattidee hatte unsere Trainingsfraktion schon mal auf dem Brett… Wir sollten vielleicht alle öfter mal vorbeischauen. Es bringt was!
Danach musste Niels kämpfen und gewann ein remislich wirkendes Damenendspiel. Niels hat nun 6,5 Punkte aus 7 Partien bei einer Leistung von 2043 und einem DWZ-Zugewinn von 47 Punkten. Top!
Somit gewann unsere dritte Mannschaft mit 5:3 und steht mit einem Punkt Vorsprung auf dem ersten Tabellenplatz.

Weiter geht es erst am 11. April. Dieses Mal ein Doppelauswärtsspiel. Die vierte Mannschaft spielt dabei beim Spitzenteam aus Veldhausen. Unsere dritte Mannschaft spielt beim Vorletzten aus Bad Essen.
Fotos: © Thal 2025, Hellern-Archiv 2024












